Glaubenslehre – Bund für islamische Bildung https://bufib.de Sat, 22 Apr 2017 18:57:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.3.5 https://bufib.de/wp-content/uploads/2017/04/Favicon-75x75.png Glaubenslehre – Bund für islamische Bildung https://bufib.de 32 32 Prophetentum https://bufib.de/prophetentum-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:08:55 +0000 http://bufib.de/?p=1789 Das Prophetentum (an-nubuwah) ist ein essentieller Bestandteil in der Glaubenslehre aller drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam). Es beschreibt das Prinzip, dass es – von Gott – auserwählte Menschen gibt, die Gottes Wort auf Erden leben und verbreiten. 

Bevor man aber das Prophetentum verstehen kann, muss das Ziel der Schöpfung des Menschen kurz erläutert werden. Allah, der Weise und Wissende, hat alles zielgerichtet und aufgrund eines Nutzens erschaffen. »Glaubtet ihr denn, wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?« (23:115) Und im heiligen Koran heißt es: »Und Wir erschufen die Himmel und die Erde, und das, was zwischen beiden ist, nicht zum Zeitvertreib. Wir erschufen sie nur in gerechter Weise, jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.« (44:38-39) d. h., dass alles Erschaffene einen Sinn und Zweck hat. Im heiligen Koran sprechen unter anderem folgende Verse genau diesen Zweck an: »Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).« (51:56) und an einer anderen Stelle heißt es: »Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (zu dir kommt.« (15:99) 

Die Erkenntnis über Allah, den Erhabenen, zu erlangen, ist der Zweck der Schöpfung. Die koranische Antwort auf die Frage, wie man diese Erkenntnis (yaqīn) erzielen kann, ist: der Gottesdienst (al-ʿibādah). Gottesdienst bedeutet Demut, Gehorsam und Befolgung dessen, was Gott dem Menschen befiehlt. Jedoch, sodass man Gott auf die richtige Weise dienen kann, benötigt man Kenntnis (maʿrifah). Hier muss man sich die entscheidende Frage stellen: Wie kann ein (von Gott abhängiger) Mensch wissen, was Gott von ihm möchte? Woher kann der Mensch erfahren, wie man Gott zufriedenstellend dienen kann? Für den Menschen allein ist dies ohne Unterstützung unmöglich. 

Die Verwirklichung des Zieles der Schöpfung, d.h. die Kenntnis und der Gottesdienst, ist von einer Mittlung zwischen Schöpfer und der Schöpfung abhängig. Es benötigt einer Mittlung, die die Schöpfung zur Vollkommenheit leitet und ihr den rechten Weg zeigt. Der heilige Koran sagt dazu: »Und keinem Menschen steht es zu, daß Allah zu ihm sprechen sollte, außer durch Eingebung oder hinter einem Vorhang oder, indem Er einen Boten schickt, um durch Sein Geheiß zu offenbaren, was Er will; Er ist Erhaben, Allweise.« (42:51)  

Die göttliche Eingebung bzw. Offenbarung (waḥy) ist etwas, das die Menschheit seit ihrem Beginn erlebt hat. D.h. seit dem ersten Menschen auf Erden, gibt es die göttliche Offenbarung: »… und es gibt kein Volk, in dem es nicht einmal schon Warner gegeben hätte.« (35:24) und viele weitere Verse, die diese Tatsache belegen. Die Menschen, die diese göttliche Offenbarung erhalten dürfen, sind die Propheten. Ein Prophet (nabiy) verkörpert die lebende göttliche Offenbarung auf Erden, um die Menschheit zu ihrem eigentlichen Ziel zu leiten. 

Der Islam glaubt an alle Propheten von Adam (a) bis zum Siegel aller Propheten – Mohammad (s). Der heilige Koran sagt dazu: »Sprecht: ›Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.‹« (2:136)

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Führerschaft https://bufib.de/fuehrerschaft-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:07:27 +0000 http://bufib.de/?p=1788 Die Religion ist durch den Propheten Mohammad (s) – dem Siegel aller Propheten (a) – vervollständigt worden und Gottes Gnade wurde vollendet. Im heiligen Koran heißt es: »Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Glauben erwählt.« (5:3) 

Was ist jedoch an diesem Tage passiert, so dass dies geschehen ist? Es ist etwas gewesen, das die Religion – den Islam – vervollkommnet hat, und die Gnade Gottes an die gesamte Menschheit vollendet wurde. Um eine befriedigende Antwort darauf zu geben, müssen wir uns den historischen Hintergrund und den Grund der Herabsendung dieses o.g. Verses anschauen. Im zehnten Jahr der Auswanderung (hiǧrah), als der Prophet Mohammad (s) von seiner Abschiedspilgerfahrt (ḥijjatul-wadāʿ) zurückkehrte, wurde dem Gesandten Gottes (s) folgender Vers offenbart: »O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.« (5:67)

Was war also diese großartige Verkündung (balāġ), auf die die gesamte Religion stützt? Der Prophet Mohammad (s) bestieg an jenem Tag die Kanzel – in einem Orte namens Ḫumm – und sagte nach einer längeren Ansprache: »Oh ihr Menschen! Wahrlich, Allah ist mein Sachwalter (waliy) und ich habe über die Gläubigen mehr Anspruch als sie (über sich) selbst. Wahrlich, wessen Führer (mawlā) ich bin, dessen Führer ist auch Ali. Oh Allah, widme Dich jenen, die ihm (Ali) folgen.« (Biḥār al-Anwār, T. 23, S. 141)

Daraufhin haben die Muslime Ali (a) zur Führerschaft nach dem Propheten Mohammad (s) gratuliert. 

Damit war Allah, der Erhabene, zufrieden. Es ist eine Tradition unter den Propheten (a), dass sie Nachfolger ernennen und sie vorbereiten, so dass die Gemeinschaft nach ihrem Ableben nicht allein, d.h. ohne einen Statthalter Gottes auf Erden (ḫalīfatullah ʿalā al-arḍ), gelassen wird.

»Imāmah« bedeutet sprachlich »Führerschaft« und derjenige, der diese Führerschaft übernimmt, wird im Arabischen als »Imām« bezeichnet. 

Wir meinen mit »Führerschaft« (imāmah) im islamischen Sinne die allgemeine Führung in allen Bereichen sei es religiös oder weltlich.

Die Führerschaft in diesem Sinne ist kein leichtes Amt und eine sehr sensible Position. Diese Aufgabe kann nicht irgendeiner unter den Menschen erfüllen, sondern muss direkt von Gott auserwählt sein. Allah, der Erhabene, sagt im heiligen Koran zu Abraham (a): »Ich werde dich zu einem Führer (imām) für die Menschen machen. Da bat Abraham: Auch von meiner Nachkommenschaft. Er sprach: ›Mein Versprechen erstreckt sich nicht auf die Ungerechten.‹« (2:124) 

Anhand dieses Verses erkennt man, dass Gott diejenigen erwählt, die dieses Amt innehaben dürfen. Außerdem sieht man daran, dass der »Führer« (imām) ganz bestimmte Eigenschaften haben muss. In einem weiteren Vers heißt es in Bezug auf die »Leute des Hauses« (ahl al-bayt, d.h. die reine Nachkommenschaft des Propheten Mohammad): »Allah will nur jegliches Übel von euch verschwinden lassen, ihr Leute des Hauses, und euch stets in vollkommener Weise rein halten.« (33:33)

Allah, der Erhabene, möchte die »Ahlul-Bayt« (a) rein und von jeglicher Sünde fern lassen, dass sie dieses höchst wichtige Amt übernehmen sollen. Und das, was Allah möchte, soll geschehen: »Wenn Er etwas will, lautet Sein Befehl nur: ›Sei!‹ – und es ist.« (36:82)

Die Führerschaft ist also ein Übergang vom Prophetentum, so dass die Menschen nicht verloren und ahnungslos bleiben. Der großartigste Prophet, Mohammad (s), hat seit beginn seiner Prophetie darauf hingewiesen, dass es einen Nachfolger nach ihm geben werde und dieser Ali, der Sohn von Abi Taleb (a) sei. Wie z.B. am Anfang der Prophetie als der Prophet (s) zu Imam Ali (a) sagte: »Du bist mein Bruder, mein Testamentsvollstrecker (waṣiy), mein Helfer (wazīr), mein Erbe (wāriṯ) und nach mir mein Nachfolger (ḫalīfah).« (Kitāb al-Iršād, Shaikh al-Mufīd, T. 1, S. 50) Die Aussagen des Propheten Mohammad (s) stammen zwar aus seinem Munde, jedoch sagt Allah, der Erhabene, diesbezüglich: »Euer Gefährte ist weder verwirrt, noch befindet er sich im Unrecht, noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird.« (53:2-4)

In einem anderen Vers heißt es: »Eure Beschützer sind wahrlich Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten, die Almosenabgabe (zakāt) entrichten und sich (vor Allah) verneigen.« (5:55) Die muslimischen Koranexegeten sind sich in diesem Punkt einig, dass dieser Vers in Bezug auf Imam Ali (a) herab gesandt wurde, da er in einem Gebet in der Verneigung (rukūʿ) seinen Ring als Almosen gab.

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Einheit Gottes https://bufib.de/einheit-gottes-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:06:11 +0000 http://bufib.de/?p=1784 Die »Einheit Gottes« (tawḥīdullah) ist der erste und substantielle Bestandteil der Glaubenslehre des Islams. Aus diesem Prinzip entspringen alle anderen Einzelheiten der islamischen Glaubensüberzeugung. Wenn man über die Einheit Gottes spricht, dann wird auch oft der Begriff »Monotheismus« benutzt.

Einheit Gottes bedeutet, dass man von einem einzigen Gott überzeugt ist, der keinen Gott – oder ähnliches – neben sich hat und ihm nichts ähnelt. Die Einheit Gottes besitzt mehrere Ebenen:

1. Die Einheit im »Wesen« (at-tawḥīd fiḏ-ḏāt)

Dies bedeutet, dass Gott keinen Gleichartigen (arab.: naẓīr) oder Seinesgleichen neben sich hat.

Im heiligen Koran heißt es dazu: »Es gibt nichts Seinesgleichen; und Er ist der Allhörende, der Allsehende.« (42:11) Oder an dieser Stelle: »Sprich: ›Er ist Allah, ein Einziger. Allah, der Absolute. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden und ihm ebenbürtig ist keiner.‹« (112:1-4) 

2. Die Einheit in der Schöpfung (at-taḥīd fil-ḫāliqiyah)

Damit wird gemeint, dass es in der Existenz (al-wuǧūd) keinen Ursprung außer Gott gibt. Alles, was es gibt, sei es der Mensch, die Tiere, die Pflanzen, die Welt, das Universum, alles hat seinen Ursprung in Gott. Mit anderen Worten: Jede Wirkung (maʿlūl), obwohl sie untereinander verbunden sind, hat seine endgültige Ursache (ʿillah) in Gott. Dieses Prinzip wird auch »Kausalitätsprinzip« genannt. Die gesamte Schöpfung basiert auf Gott.

Im heiligen Koran können wir dazu unter anderem folgendes lesen: »Sprich: ›Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einzige, der Allmächtige.‹« (13:16) 

»Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Erhalter aller Dinge.« (39:62)

»Das ist Allah euer Herr, der Schöpfer aller Dinge, Es ist kein Gott außer ihm.« (40:62)

»Er ist Allah, euer Herr. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an. Und Er ist der Hüter aller Dinge.« (6:102)

3. Die Einheit in der Herrschaft (at-tawḥīḍ fir-rubūbiyah)

Diese Ebene beschreibt, dass Gott der alleinige Sachverwalter und Herr über alle Welten ist. »Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.« (1:2) 

Gott ist der einzige, wahrhaftige Versorger und Verwalter der Schöpfung. All Seine Engel und sonstigen Geschöpfe sind Mittelleute, die auf den Befehl Gottes hin handeln und sind daher selbst in absoluter Abhängigkeit Gott gegenüber. Im folgenden Vers spricht Gott diejenigen an, die in der damaligen Zeit jene angebetet hatten, die lediglich Mittelsleute Gottes waren bzw. sie jene als solche angesehen hatten: »Ihm gebührt der aufrichtige Anruf; und jene, die sie statt Ihm anrufen, kommen ihnen mit nichts entgegen; (sie sind) wie jener, der seine beiden Hände nach Wasser ausstreckt, damit es seinen Mund erreiche und ihn doch nicht erreicht. Und das Bitten der Ungläubigen ist völlig verfehlt.« (13:14) 

Wenn es noch einen anderen Gott bzw. absoluten Versorger (mudabbir) gäbe, so würde es ein Chaos geben: »Gäbe es in (Himmel und Erde) Götter außer Allah, dann wären wahrlich beide dem Unheil verfallen.« (21:22) und: »Allah hat Sich keinen Sohn genommen, noch ist irgendein Gott neben Ihm: sonst würde jeder Gott mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen hätte, und die einen von ihnen hätten sich sicher gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah (und Erhaben) über all das, was sie beschreiben!« (23:91)

4. Die Einheit im Gottesdienst (at-tawḥīd fil-ʿibādah)

Da Gott ein einziger, absoluter, unabhängiger Gott ist und die gesamte Schöpfung auf Ihn basiert, ist Gott auch der Einzige, der es verdient angebetet zu werden. In der ersten Sure des heiligen Koran heißt es: »Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe.« (1:5) in folgendem Vers wird beschrieben, dass es nur der einzige Gott ist, der anbetungswürdig ist: »Sprich: ›O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.‹« (3:64)

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Wiederkehr https://bufib.de/wiederkehr-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:01:45 +0000 http://bufib.de/?p=1781 Das arabische Wort „معاد“ (maʿād, dt.: Wiederkehr) stammt von „َعاد“ bzw. „عَوَد“ und bedeutet „zurückkehren, zurückkommen“. Alle himmlischen (monotheistischen) Religionen – somit auch der Islam – besitzen gemeinsam einen grundlegenden Bestandteil ihrer Glaubensüberzeugung (ʿāqīdah): die Wiederkehr, d.h. die Überzeugung von einem „Leben nach dem Tod“. Der Heilige Koran hat neben der Bezeichnung „Wiederkehr“ noch andere Bezeichnungen für dieses signifikante Ereignis, wie z.B.: Tag der Auferstehung (yawm al-qīāmah), Tag der Abrechnung (yawm al-ḥisāb). In unserem alltäglichen Sprachgebrauch benutzen wir auch oft den Begriff „Jüngster Tag“.

Die Ablehnung dieser Thematik (Leben nach dem Tod) war schon seit jeher der Kernpunkt der Widersacher zu Zeiten der Propheten (a). Der Heilige Koran misst diesem Bestandteil der Glaubensüberzeugungen einen sehr großen Wert zu, so dass über 1400 Verse sich damit auseinandersetzen.

Beweis für die Wiederkehr

Eine der göttlichen Eigenschaften ist die „Weisheit“ (al-ḥikmah) und der Weise (al-ḥakīm) ist jener, dessen Tat immer ein Ziel und Zweck besitzt. Die Schöpfung der Menschen ist eine Tat Gottes, dem Weisen, d.h, dass die Schöpfung des Menschen ebenfalls einen Sinn und Zweck besitzt. Wenn dies klar ist, dann stehen wir vor zwei Möglichkeiten:

1. Dass dieses Leben, d.h. das Leben in dieser Welt (die wir auch als „dunyā“ bezeichnen), das Ende ist und kein Leben danach gibt. Es gäbe dann also auch keine sog. Wiederkehr oder gar einen Tag der Abrechnung. Wenn der Mensch also nur für die hiesige Welt, eine materielle Welt (ʿālam mādiy), geschaffen wäre, so wäre der menschliche Verstand, mit dem der Mensch einige der Geheimnisse der Existenz (al-wuǧūd, was über der Materie steht) wahrnehmen kann, überflüssig und sinnlos. Außerdem ist der Mensch so geschaffen, dass er die (menschliche) Vollkommenheit liebt und anstrebt, was jedoch bei einer Beschränkung auf das Diesseits ebenfalls sinn- und zwecklos wäre. Der allweise Gott steht aber über solch einer Annahme, dass Er etwas schaffen würde, was ohne Ziel wäre.

2. Dass es noch eine andere „Welt“ gibt, wohin der Mensch nach dem Tod „geht“. Diese andere Welt ist der Sinn und das Ziel. Damit wäre die Schöpfung des Menschen nicht sinnlos, denn mit dem Tod würde das niedrige, auf die Materie beschränktes, Leben beendet sein und in eine höhere, edlere Welt übergehen. Dieser „Übergang“ ist die Wiederkehr (al-maʿād) und ist ein Ziel. Im Heiligen Koran heißt es: „‚Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?‘“ (Die Gläubigen (23:115))

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Islamische Glaubenslehre https://bufib.de/islamische-glaubenslehre/ Thu, 15 Oct 2015 11:03:29 +0000 http://bufib.de/?p=1696 Ein jeder lebt in dieser Welt und trägt eine Fülle an Ideen, Meinungen und Ansichten mit sich, von denen er überzeugt ist, dass sie richtig sind. Ebendiese werden auch Überzeugungen bzw. Glaubensüberzeugungen (al-ʿaqīdah) genannt. Alle Religionen oder sonstigen Weltanschauungen besitzen Überzeugungen, die das Grundkonzept ihres »Glaubens« (bzw. Überzeugung) darstellen. In unserem – islamischen – Fall bezeichnen wir jene als »islamische Glaubenslehre« (al-ʿaqīdah al-islāmiyah).

Die islamische Glaubenslehre besteht aus fünf Elementen: 

1. Die Einheit Gottes (tawḥīd Allah)

2. Die Gerechtigkeit Gottes (al-ʿadl al-ilāhiy)

3. Das Prophetentum (an-nubuwah)

4. Die Führerschaft (al-imāmah)

5. Die Wiederkehr (al-maʿād)

Die Wissenschaft, die sich mit der Beweisführung der einzelnen Elemente der islamischen Glaubenslehre beschäftigt, nennt man: »Theologie« (ʿilm al-kalām).

Die Glaubenslehre ist mit dem Menschen zweierlei verbunden:

1. Mit dem menschlichen Verstand

Von dem, wovon der Mensch überzeugt ist, gehen viele verschiedene Ansichten und Taten aus. Mit anderen Worten: Der Mensch überzeugt sich (durch seinen Verstand) von etwas und handelt dann danach. 

2. Mit dem menschlichen Herzen

Der Mensch unterscheidet sich von vielen Geschöpfen, dass er Gefühle, wie Liebe, Verwunderung, Abneigung und andere, besitzt. Und viele dieser Gefühle stehen oft in Zusammenhang mit der eigenen Überzeugung, wie man anhand dieses Verses aus dem heiligen Koran sehen kann: „Diejenigen, zu denen die Leute sagten: „Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; fürchtet sie darum!“ – nur stärker wurden sie im Glauben und sagten: „Uns genügt Allah, und Er ist der beste Sachwalter!““ (3:173)

Daran erkennt man, dass jener, der eine starke islamische Glaubensüberzeugung besitzt, keine Furcht hat, sondern gar noch seinen Glauben und stärkt, wenn es eine schwierige Situation gibt. 

 Der Mensch mit Verstand handelt nur nach dem, wovon er »überzeugt« ist, d.h., er handelt nach dem, was er mittels seines Verstandes bewiesen hat. Von daher legt der Islam größten Wert auf eine auf Wissen basierende Glaubensüberzeugung. 

Für einen Muslim bzw. einer Muslima ist es unabdingbar, dass er bzw. sie sich mit der eigenen Glaubenslehre intensiv beschäftigt, so dass diese tatsächlich eine wahrhaftige »Überzeugung« darstellen kann. 

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Gerechtigkeit Gottes https://bufib.de/gerechtigkeit-gottes/ Thu, 15 Oct 2015 10:26:55 +0000 http://bufib.de/?p=1689 Die Gerechtigkeit (al-ʿadl) ist eine Eigenschaft Gottes, die aufgrund ihrer Wichtigkeit und unterschiedlichem Verständnis gesondert untersucht wird und daher auch, als eine der fünf Elemente der islamischen Glaubenslehre gezählt wird. 

Im Gegensatz zur Gerechtigkeit steht die Ungerechtigkeit (aẓ-ẓulm). Gott ist gerecht (ʿādil) und nicht ungerecht (ġayr ẓālim). Er tut nichts verachtenswertes (qabīḥ) und die Ungerechtigkeit ist verachtenswert. Die islamische Glaubenslehre sagt zum Beispiel, dass Allah, der Erhabene, den Diener belohnt und den Sünder bestraft und nicht umgekehrt, denn dies wäre »ungerecht«. 

Im heiligen Koran heißt es: »Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen. Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird es dann sehen.« (99:7-8)

In vielen Versen des heiligen Korans befiehlt Gott, dass die Menschen gerecht sein sollen. Die Gerechtigkeit an sich ist eine der vollkommenen Eigenschaften (ṣifāt al-kamāliyah) und muss daher Gott zugerechnet werden, da er der Vollkommene (al-kāmil). Außerdem verachtet es der nach Verstand handelnde Mensch (al-ʿāqil) etwas zu tun, dass ungerecht ist. Wie ziemt es sich dann noch Gott, Gott bewahre, ungerecht zu sein?! 

»Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten« (4:58)

»Allah gebietet Gerechtigkeit und uneigennützig Gutes zu tun und zu spenden wie den Verwandten; und Er verbietet das Schändliche, das offenbar Schlechte und die Übertretung. Er ermahnt euch, auf dass ihr es beherzigt.« (16:90)

In Bezug auf die Bedeutung der Gerechtigkeit Gottes können wir vier Dinge festhalten:

1. Alle Handlungen Gottes, des Erhabenen, sind weise (ḥakīmah). Es gibt nichts Verachtenswertes in seinen Handlungen, weder Lüge noch Ungerechtigkeit.

2. Alle Handlungen Gottes sind aufgrund von Nutzen und Vorteilen verursacht. Dies, da Er weise ist und vom Weisen stammen keine Sinnlosigkeit und kein Paradox. »Und Wir erschufen Himmel und Erde und das, was zwischen beiden ist, nicht zum Spiel.« (21:16)

3. Gott verlangt von niemandem mehr, als dieser selbst tragen kann. »Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag.« (2:286) »… Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen …« (2:185) »Und Er legt euch nichts Beschwerliches in der Religion auf.« (22:78)

4. Gott leitet niemanden Seiner Diener fehl: Gott leitet sie recht, doch der Mensch allein ist es, der sich fehlleitet. »Und nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie taten sich selber Unrecht.« (16:118) Oder die Menschen folgen falschen Vorbildern, sodass diese die Menschen vom geraden Weg abbringen: »Und sie werden sagen: ›Unser Herr, wir gehorchten unseren Häuptern und unseren Großen, und sie führten uns irre (und) vom Weg ab.‹« (33:67) 

5. Gott prüft die Menschen: »(Er,) Der den Tod erschaffen hat und das Leben, auf dass Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte; und Er ist der Erhabene, der Allvergebende.« (67:2)

Allah, der Erhabene, ist zu niemandem Seiner Schöpfung ungerecht, Er ist mehr als gerecht, Er ist großzügig: »Wahrlich, Allah tut kein Unrecht; auch nicht vom Gewicht eines Stäubchens. Und ist da irgendeine gute Tat, so vervielfacht Er sie und gibt von Sich aus gewaltigen Lohn.« (4:40)

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Warum sucht man eine Religion? https://bufib.de/warum-sucht-man-eine-religion/ Wed, 23 Apr 2014 15:08:54 +0000 http://bufib.de/?p=1481 Die Frage, die einem sicher als erstes in den Kopf kommt ist: Warum sollten wir über eine Religion oder über Gott nachdenken und wie können wir mehr über „Ihn“ kennen lernen?

Wir alle wollen schon seit eh und je die Wahrheit darüber wissen, was es mit dieser Welt, diesen unzähligen, wunderschönen Sternen, den unterschiedlichsten Kreaturen, den verschiedenen Vogelarten, unterschiedlichen Fischen, Seen, Meeren, Blumen und Pflanzen auf sich hat.

Sind all diese Dinge aufgrund ihres freien Willens entstanden oder sind all diese schönen Dinge von einem Experten, einem mächtigen „Zeichner“ gemalt worden?

Die ersten Fragen, die uns dazu in den Sinn kommen sind: Woher kommen wir? Wo sind wir? Wohin gehen wir? Wie glücklich wären wir doch, wenn wir eine Antwort auf diese drei Fragen hätten. Unser „Ich“ sagt uns, dass wir uns selber auf den Weg machen müssen, um diese Fragen zu beantworten.

Am folgenden Beispiel, kann man diese Situation sehr gut nachempfinden. Man stelle sich vor, jemand hat einen Autounfall und diese Person verletzt sich und wird daraufhin ohnmächtig. Um diese Person zu retten, bringt man sie ins Krankenhaus, so dass die verletzte Person versorgt werden kann. Wenn Person dann aufwacht und sich ein wenig erholt hat, ist das erste was sie sich fragt: „Wo bin ich? Warum wurde ich hierher gebracht? Wann werde ich diesen Ort verlassen?“

Genauso, wie diese Person, fragt sich der Mensch auf dieser Welt dieselben Fragen. Es liegt in der Natur des Menschen, nach diesen Antworten zu suchen. Einige Wissenschaftler und Psychologen meinen, dass die Religiosität ein natürlicher Trieb des Menschen sei. Sie nennen diesen Trieb „religiöses Bewusstsein“. Jedoch kann sich der ein oder andere die Frage stellen, weshalb dann nicht alle Menschen „religiös“ sind oder an den einen Gott glauben. Mit diesem Trieb bzw. dieser angeborenen Veranlagung des Menschen, ist nicht gemeint, dass sich diese auch bei jedem Menschen entfaltet und verwirklicht. Zum Beispiel kann jemand das Talent der Mathematik haben, aber d.h. noch lange nicht, dass diese Person ein großer Mathematiker wird und vielleicht den Nobelpreis gewinnt. Es kann nämlich sein, dass diese Veranlagung verschüttet, verloren und vergessen im Inneren dieser Person bleibt und unentwickelt verschwindet. Aber warum? Einige Gründe wären z.B. schlechte soziale, pädagogische und andere negative Einflüsse. Jedoch ist es oft so, dass sich der Mensch selbst, wie möglicherweise aus Faul- oder Trägheit, von diesem Weg abwendet.

Man stelle sich nun vor, man ist bei einem Ausflug und man kommt an eine Kreuzung einer Straße, bei der einem alle warnen dort stehen zu bleiben, weil bekannt ist, dass es dort sehr gefährlich ist. Jeder lädt dazu ein, seinen Weg zu gehen, weil dieser der sicherste sei. Eine Gruppe sagt, der östliche sei der sicherste Weg nach Hause zu kommen, eine andere Gruppe sagt, dass der westliche der beste sei, dass dies der einzige Weg sei, der zu Sicherheit führe und dies der schnellste Weg sei, um das warme und friedliche Zuhause erreichen zu können.

Würde diese Person einen Weg wählen, ohne diese genau zu studieren? Würde unser „Ich“ es gestatten einfach stehen zu bleiben, ohne einen dieser Wege auszuwählen? Mit Sicherheit nicht.

Unser „Ich“ und unser Verstand würden uns sagen, dass wir sofort damit beginnen müssen, die Gruppen genau anzuhören und den Weg aussuchen, der die meistens logischen und korrekten Gründe (Beweise) aufzeigt, um das „Zuhause“ sicher zu erreichen. Man würde der Gruppe glauben, die die Wahrheit spricht und die überzeugendsten Gründe nennt seinen Weg zu gehen.

In dieser Welt haben wir dieselben Bedingungen. Wir haben genauso verschiedene Religionen und Denkschulen, die uns dazu einladen ihren Weg zu gehen, jedoch hängt es ganz von dem Studieren dieser Wege ab, ob man eine richtige oder falsche Wahl trifft.

Der Mensch ist regelrecht dazu verpflichtet einen Weg auszuwählen, um sicher „nach Hause“ zu kommen, denn wenn nicht, würde man vielleicht von einem anfahrenden Auto an der Kreuzung verletzt oder sogar überfahren werden. Dies ist ein weiterer Grund, was den Menschen dazu einlädt bzw. veranlasst nach dem mächtigen „Zeichner“ der Welt, dem Schöpfer von allem zu suchen.

Im Koran steht: „…So gib frohe Botschaft Meinen Dienern, die auf das Wort hören und dann dem Besten davon folgen. Das sind diejenigen, die Allah recht leitet und das sind diejenigen, die Verstand besitzen.“ (Sure 39, Vers 17-18)

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Was ist Religion? https://bufib.de/was-ist-religion/ Wed, 23 Apr 2014 14:46:05 +0000 http://bufib.de/?p=1479 Um besser zu verstehen was der Islam ist, sollte zu aller erst geklärt werden was Religion an sich bedeutet.

Schon seit Urzeiten hat der Mensch an etwas „Übernatürliches“ geglaubt, an das er sich festhalten kann in Gefahrensituationen, in Situationen der Angst oder bei schlechter Ernte. Dieses „Phänomen“ können wir nicht erst seit der Zeit der großen philosophischen Denker wie Aristoteles, Sokrates, Voltaire, Descartes oder Kant feststellen, sondern schon seit den frühsten Urkulturen, die nichts anderes im Kopf hatten, außer das Überleben. Jedoch nennen die Wissenschaftler diese Erscheinungen nicht Religion, sondern Natur-Religionen oder primitive Religionen.

Das arabische Wort für Religion ist „deen“ und ist gleichbedeutend mit Gehorsam („ta-a`h“) und Belohnung („jaza‘“). Fachwörtlich kann man sagen, dass Religion, „der Glaube an den Schöpfer von Mensch und Universum und an die Lehren und praktischen Bestimmungen, die an diesen Glauben gebunden sind“.

Religion bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf die himmlischen Religionen wie das Judentum, das Christentum oder der Islam, sondern bezieht sich auch auf menschliche Erfindungen, wie zum Beispiel der Konfuzianismus oder der Buddhismus. Im Koran wird dieses auch sehr deutlich erwähnt:

Euch eure Religion und mir meine Religion.“ (Sure 109, Vers 6)

Es gibt zwar viele Religionen und Weltanschauungen auf dieser Welt, jedoch kann man sie alle in zwei Hauptkategorien unterteilen:

  • göttliche Weltanschauungen
  • materialistische Weltanschauungen

 Und aus der Sicht des Islam kann man noch spezifischer in zwei unterteilen:

  • monotheistische Religionen (al-adyan al-tawh’idiyyah)
  • beigesellende (polytheistische) Religionen (al-adyan al-muschrikah)

 Die monotheistischen Religionen sind die ursprünglichen und wirklich himmlischen Religionen. Es gibt drei universelle Gemeinsamkeiten:

  •  Glauben an den einen Gott
  • Glauben an ein ewiges Leben im Jenseits mit Vergeltung der Taten, die man in diesem Leben vollbracht hat
  • Glauben an die Erweckung der Propheten und Gesandten

Wogegen die beigesellenden Religionen ein Ergebnis der Menschen sind. Es ist eine Entstellung der himmlischen Religionen und eine Ausübung individueller Begierden.  Letztendlich kann man sagen, dass im Zentrum aller Religionen etwas „Übermenschliches“, ein Heiliger oder Gott im Mittelpunkt steht.

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Islam in kürze https://bufib.de/islam-in-kuerze/ Tue, 08 Apr 2014 23:19:06 +0000 http://bufib.de/?p=1147 Der Islam ist die letzte, abschließende und „kompletteste“ der himmlischen Religionen…, das vollendete Wort Gottes. Das besagt, mit dem Kommen des Islam erübrigen sich die vorherigen  Religionen, weil angesichts des Vollendeten Unvollendetes nicht mehr benötigt wird. Der Islam wurde durch unseren verehrten Propheten Muhammad Ibn Abdullah (s.a.a.s.) den Menschen gesandt. Dieser kam und öffnete das Tor zu Glück und Errettung. Und zwar zu einem Zeit, als die menschliche Gesellschaft Stadien „und Epochen geistiger Unreife hinter sich gebracht hatte und fähig geworden war, zu reiferer Menschlichkeit hinzufinden, höheres Wissen über Gott und religiöse Themen aufzunehmen, zu erfassen und sich dementsprechend zu verhallten bzw. zu berichtigen. Der Islam offenbart all die Wahrheiten, die einem objektiven, real denkenden Menschen verständlich und begreiflich sind. Er klärt über jene gottwohlgefällige Gesinnung und Moral auf, die eines Menschen würdig ist und ihn als „Mensch“ zu erkennen gibt. Zudem gab er sämtliche Bereiche des menschlichen Daseins betreffende Weisungen – allgemeine und detaillierte – an die Hand, die, so sie beachtet und eingehalten werden, dem individuellen als auch gesellschaftlichen Leben eine konstruktive Ordnung geben und die Gesellschaft in die Lage versetzt, sich zu entfalten und zu vervollkommnen. Der Islam ist eine universale, die gesamte Menschheit ansprechende Religion, allzeit aktuell und von immerwährender Gültigkeit. Er beinhaltet eine Reihe Überzeugungsansichten, ethische Maxime und praktische Hinweise und Gebote zu denen er aufruft, und die – wie gesagt – des Menschen Wohl und Glück in dieser als auch jener Welt garantieren.

Die islamischen Regelungen und Bestimmungen sind dargestellt, dass eine jede Gesellschaft, die sich ihrer bedient, in die Lage versetzt wird, höchstmögliche Entfaltung bzw. Fortschritte zu erreichen. Die islamische Religion öffnet sich jedem und lässt einen jeden, der will, an ihrem Segen teilhaben. Unterschiedslos, klein und groß, alt und jung, ob gebildet oder nicht, Mann und Frau, weiß oder schwarz, östlich oder westlich, alle können teilhaben an dem Segen dieser Religion. Können aus ihr schöpfen und ihren Erfordernissen genüge tun. Dieses ist deswegen möglich, da der Islam mit der menschlichen Schöpfung, das heißt des Menschen
Wesen und Beschaffenheit konform geht. Weil er seine Probleme und Nöte heilen möchte. Da sich das Wesen des Menschen – dessen reines „Urwesen“, mit dem der Islam voll und ganz harmoniert – nicht ändert, verliert diese letzte und abschießende der göttlichen Botschaften niemals ihre Gültigkeit und ist allzeit aktuell. Sie spricht bis in alle Zeiten hinein einen jeden der menschlichen Gesellschaft an…, einen jeden in Ost und West, in Nord und Süd, ob Mann oder Frau, jung oder alt, welcher Herkunft und Nationalität auch immer. Sie alle gehören zur Familie, zur Gattung „Mensch“ und sind vom Islam angesprochen. Anders formuliert: Die artspezifischen Besonderheiten, Charakteristika und Bedürfnisse dieser Gattung sind allen, die ihr angehören, gemeinsam. Die kommenden Generationen, das heißt der Mensch von morgen, der „Kind“ und „Nachkomme“ des heutigen und gestrigen ist, wird daher, als Erbe seiner Väter und Vorväter, die gleichen Wesensmerkmale aufweisen wie sie. Dem Islam aber, der auf das unveränderliche, reine menschliche Urwesen „abgestimmt“, ist es daran gelegen ist, den echten, wesensbedingten Notwendigkeiten des Menschen Genüge zu tun. Er wird immer sein, lebendig, aktuell und voll ausreichend. Genau das ist der Grund, weshalb der Erhabene Gott den Islam als „Din al-fitra“, das heißt „dem menschlichen Wesen entsprechende Religion“ bezeichnet und dazu aufruft, das „menschliche Wesen“ zu schützen und zu bewahren. Wie die Großen unserer
Religion sagen: Der Islam ist eine unkomplizierte Religion, die dem Menschen keine Härten auferlegt und ihm das Dasein erleichtert.

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Religion https://bufib.de/religion/ Tue, 08 Apr 2014 22:03:14 +0000 http://bufib.de/?p=1122 Religion ist – vereinfacht gesagt – ein Gefüge aus weltanschaulichen Überzeugungen und glaubensgesetzlichen, gottesdienstlichen als auch ethischen Weisungen, mit denen Gott die Propheten ausrüstete, auf das sie sie dem Menschen, zu dessen Rechtleitung und Wohlergehen, Übermittelten. Der “praktizierte Glaube” an die göttliche Botschaft ist ein großes Plus…, in dieser und jener Welt. Darum: Wenn wir uns an unserer Religion orientieren und gemäß der göttlichen Empfehlungen und Gebote, die uns der Gesandte Gottes brachte, leben, werden wir sowohl in unserem Erdenleben zufrieden und glücklich sein als auch in der Ewigkeit.
Möglicherweise wendet nun der eine oder andere ein: “Glück” und “glücklich” sind dehnbare Begriffe. Was ist denn nun wirklich darunter zu verstehen!? Wir meinen: Jener ist als glücklich zu betrachten, der ein gutes, rechtes Ziel anstrebt und nicht auf Irrwegen Umherstolpert, der sich durch eine positive Gesinnung auszeichnet und gute Werke tut. Jemand, der in diesem hektischen Erdenleben ausgeglichen, gefestigt und Zukunftsfroh ist…, mit einem Herzen voller Ruhe und Zuversicht. Zu einer solch beglückenden Ruhe aber verhilft uns nur die Religion. Gleich “geheimen Beobachtern” haben ihre Maximen in unserem Herzen Raum gefunden und begleiten uns auf Schritt und Tritt. Sie halten uns – so wir “wachen Herzens” sind – von Hässlichkeiten zurück und motivieren uns zu gutem, rechten Verhalten. 
Ganz abgesehen davon ist der Glaube der stärkste und unerschütterlichste Halt im menschlichen Leben. Wer tief und fest an Gott und Sein Wort glaubt, wird sich von all den Hochs und Tiefs, die ihm begegnen, nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Angst, Traurigkeit und Mutlosigkeit Übermannen ihn nicht, und kein noch so erschütterndes Ereignis wird ihn zu Boden zwingen oder in Verzweiflung treiben.

Darum, weil er sich der Allmacht Gottes, des Schöpfers und Herrn der Welten, gewiss ist. Immer, in allen Situationen. Und genau das ist es, was ihm innere Ruhe und Festigkeit schenkt. Zudem weist die Religion uns an, “an uns zu arbeiten”, unser Verhalten zu berichtigen und uns um eine menschenwürdige Gesinnung zu bemühen. Sie beinhaltet also folgende drei Themenkomplexe: 

a) Weltanschauliches, Ideologisches
b) Moral
c)Praxis

Erstens: Weltanschauliches, Ideologisches

Bei ein wenig intensiverem und vorurteilsfreiem Nachdenken wird uns klar, das das Universum mit der erstaunlichen Ordnung und Harmonie, die ihm gegeben ist, nicht aus sich selbst, so ganz von allein, entstanden sein kann. Uns leuchtet ein, dass diese imposante perfekte Schöpfungsordnung nicht zufällig hervorgehen konnte. Dass jemand da sein muss, der sie schuf und erhält. Jemand, der in seiner Allmacht und grenzenlosen, unvorstellbaren Weisheit und Kenntnis den gewaltigen Kosmos mit allem, was in ihm ist, entstehen ließ. Der Gesetzmäßigkeiten gab, an denen nicht zu rütteln ist und die in ihrer Unabänderlichkeit der gesamten Welt des Seins Ordnung, Regelung und ein exakt koordiniertes Gefüge geben. Nichts ist sinnlos erschaffen worden. Und nichts, das existiert, steht außerhalb dieser in der großen, weiten Welt gegebenen Ordnung und Gesetzmäßigkeit. Wie könnte es denkbar sein, dass dieser Gütige, Sich Erbarmende Gott, der Seiner Kreatur so wohlgesonnen ist und für sie bereitstellte, was sie benötigt, den Menschen die “Krone”, das “Meisterwerk der Schöpfung” – sich selbst überlassen haben sollte. Dass Er ihn allein ließe mit seinem bisschen Verstand, den er zudem mehr oder weniger seinen Trieben und Begierden unterordnet, weshalb er sich so leicht in Verirrungen verstrickt und in Verelendung hineintaumelt. Die Antwort auf eine solche Frage ist eindeutig… Deswegen, weil Gott den Menschen bzw. die menschliche Gesellschaft nicht sich selbst Überlässt, hat Er die Propheten geschickt. Das heißt Seine Gesandten, die “immun” sind gegen Ungutes, Niedriges, gegen Fehl und Irrtum und der Menschheit das Wort Gottes verkünden. Damit diese die himmlische Botschaft beherzigt, befolgt und auf diese Weise zu Wohl und Glück findet. Nun ist es aber so, das in dieser Welt das erfreuliche Resultat – d.h. die beglückende Auswirkung eines religionsbewussten Lebens, eines Lebens gemäß dem Worte Gottes – nicht voll und ganz in Erscheinung tritt. Weder die Guten erfahren auf Erden ihre volle “Belohnung” für ihr gottwohlgefälliges Walten und Schalten noch die Schlechten. Das aber bedeutet, das noch eine andere Welt sein muß, in der des Menschen Tun und Lassen geprüft und beurteilt wird. Eine Welt, in der die guten als auch hässlichen Werke “entlohnt” werden. 

Zu einem solchen Denken, einer solchen Überzeugung ruft die Religion auf. Dazu und zu weiteren weltanschaulichen Gewißheiten, über die wir noch sprechen werden. Kurz, sie weckt uns auf aus Ahnungslosigkeit und Torheit.
 

Zweitens: Moral

 Die Religion appelliert an uns, uns um gutes Verhalten zu bemühen…, um menschenwürdige Eigenschaften, die wir in uns zur Entfaltung bringen. Dazu zahlen Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, Wohlwollen für die Mitmenschen, Güte, Nachsicht, Treue und Hilfsbereitschaft. Auch, das wir unser Recht verteidigen, unsere Rechte und Grenzen jedoch nicht überschreiten und Leben, Gut und Ehre anderer nicht antasten. Unermüdliches, aufrichtiges Streben nach Wissen, Fortschritt und einer guten Gesinnung gehören ebenfalls dazu, Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit auf dem Wege Gottes, Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe sowie das
getreuliche Einhalten der “goldenen Mitte”, wo und wann auch immer. Das heißt, extremes Verhalten, Über- oder Untertreibungen sind zu vermeiden.  
 

Drittens: Lebenspraxis

Die Religion sagt uns, unser Leben so einzurichten und uns so zu verhalten, dass sowohl unserem eigenen Wohl als auch das der Gesellschaft damit gedient ist. Dass wir Hässlichkeiten meiden und “Gottesanbetung” – das Gebet und alles, das unsere Gottesdienerschaft zum Ausdruck bringt – nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zu all diesem ruft die Religion auf. Wir sehen also, das das, wozu sie uns einlädt, sowohl Anschauung und Überzeugung als auch Ethik, Gesinnung und folglich unsere “Lebenspraxis’ betrifft. Der einzige Weg aber, der zu wahrem Glück führt ist, dass wir uns an ihre Maximen und Weisungen halten.
 
aus: Das ABC des Islam, A’lâmah Sayyed Mohammad Hussein At-Tabatabai (r)
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