Basis – Bund für islamische Bildung https://bufib.de Tue, 27 Oct 2020 19:48:32 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.3.5 https://bufib.de/wp-content/uploads/2017/04/Favicon-75x75.png Basis – Bund für islamische Bildung https://bufib.de 32 32 Fastenregeln https://bufib.de/fastenregeln/ Thu, 15 Dec 2016 11:44:26 +0000 http://bufib.de/?p=1771 Hier zum Download des Flyers

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Bedingungen des Gemeinschaftsgebetes https://bufib.de/bedingungen-des-gemeinschaftsgebetes/ Thu, 15 Dec 2016 10:09:21 +0000 http://bufib.de/?p=1768 Hier zum Download

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Wie muss ich handeln, wenn ich ein Rechtsurteil erhalte? https://bufib.de/wie-muss-ich-handeln-wenn-ich-ein-rechtsurteil-erhalte/ Thu, 15 Dec 2016 10:07:40 +0000 http://bufib.de/?p=1767 Hier zum Download

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Das Naturphänomengebet (ṣalāt al-āyāt) https://bufib.de/das-naturphaenomengebet-%e1%b9%a3alat-al-ayat/ Thu, 15 Dec 2016 10:04:03 +0000 http://bufib.de/?p=1765 Hier zum Download

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Das Gebet von Jaʿfar aṭ-Ṭayyār (a) https://bufib.de/das-gebet-von-ja%ca%bffar-a%e1%b9%ad-%e1%b9%adayyar-a/ Thu, 15 Dec 2016 10:01:07 +0000 http://bufib.de/?p=1764 Hier zum Download

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Das Fasten https://bufib.de/das-fasten/ Mon, 06 Jun 2016 10:00:57 +0000 http://bufib.de/?p=1662 Als Fasten [arab. as-sawm – الصوم ] bezeichnet man im Islam das Unterlassen von gewissen festgelegten Fastenbrechern ab der Morgendämmerung [fajr] bis hin zur Abenddämmerung [maghrib] eines Tages.

Schon in den vorhergehenden himmlischen Religionen wurde das Fasten praktiziert, worauf der heilige Quran selbst hindeutet, in dem es heißt: „O ihr Gläubigen euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es auch denjenigen, die vor euch waren, vorgeschrieben ward, damit ihr gottesehrfürchtig werdet.“[1] Auch unter den Götzendienern war das Fasten verbreitet, schon die alten Ägypter und Römer fasteten an verschiedenen Tagen im Jahr.

Das Fasten wird zu den zehn Zweigen der Religion [furu‘-ud-din] gezählt und stellt speziell im Monat Ramadan, dem 9. Monat des islamischen Mondkalenders, eine Pflicht für die Menschen dar, so heißt es im heiligen Quran:

„Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’aan als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten.“[2]

Zu dem Wort „Ramadan“ gibt es verschiedene Ansichten unter den Gelehrten. Einige sagten, diese Bezeichnung sei einer der Namen Allahs, des Erhabenen. Andere wiederrum merkten an, dass es von dem arabischen Wort „ramd‘“ abstamme, was den Regen im Herbst bezeichnet, der den Schmutz und den Staub vom Boden entfernt und diesen damit reinigt. Einige haben diese Bedeutung auf die Seele des Menschen bezogen, die durch das Fasten gereinigt wird, wobei der Regen die vielen Gaben des Herrn, Erhaben ist Er, die im heiligen Monat Ramadan niedergesandt werden, darstellen soll.

Ein Mondmonat dauert entweder 29 oder 30 Tage und wird durch verschiedene Mondsichtungsmethoden festgelegt und bestätigt. Und so liegt auch die Dauer des heiligen Monats Ramadan jährlich in diesem Bereich.

Damit das Fasten von einer Person überhaupt angenommen wird, müssen sieben Bedingungen erfüllt sein:

1. Der Islam (d.h. man muss Muslim sein)
2. Die Vernunft (d.h. man darf nicht verrückt sein)
3. Die religiöse Reife
4. Bei Bewusstsein sein
5. Nicht in der Regelblutung oder dem Wochenbett sein
6. Die Fähigkeit (d.h. körperlich das Fasten ertragen können)
7. Nicht auf einer Reise sein, die zum Fastenbruch führt.

Während der Fastenzeit (d.h. von Morgendämmerung bis Abenddämmerung) ist der Fastende verpflichtet sich von einigen Handlungen fernzuhalten, damit sein Fasten nicht gebrochen wird.

Zu den Fastenbrechern zählen:

1.&2. Essen und Trinken
3. Der Geschlechtsverkehr
4. Der Samenerguss
5. Das absichtliche Verbleiben im Zustand der großen Unreinheit, sei es im Janabazustand, im Zustand der Regelblutung oder der des Wochenbettes
6. Das absichtliche Verbreiten der Lüge über Allah, den Erhabenen oder der Ahlulbayt (a.).
7. Das absichtliche Eintauchen des kompletten Kopfes in Wasser (nach Ansicht der Allgemeinheit der Gelehrten)
8. Das Erreichen des dichten Staubes in den Rachenraum
9. Der flüssige Einfluss
10. Das absichtliche Erbrechen

Es sei angemerkt, dass diese Fastenbrecher nur in der aktiven Fastenzeit, d.h. zwischen Morgendämmerung und Abenddämmerung unterlassen werden müssen. Sobald das Fasten am Abend gebrochen ist, sind diese Taten bis zur Morgendämmerung wieder gestattet, ausgenommen jene Handlungen, die an sich verboten sind, wie z.B. das absichtliche Verbreiten von Lügen über Allah, den Erhabenen.

Betrachtet man die Überlieferungen des Propheten (s.) und seiner reinen Familie (a.), so erkennt man, dass dem Fasten drei Stufen zu geschrieben werden. Eine davon ist dringend notwendig einzuhalten, um an sich die Akzeptanz des Fastens sicherzustellen und die anderen beiden sind ein Ideal, das unbedingt angestrebt werden sollte, damit das Fasten eines Jeden veredelt wird.

Die erste Stufe entspricht der allgemeinen Verpflichtung des Fastens und der Unterlassung der erwähnten Fastenbrecher, wie z.B. Essen, Trinken oder Geschlechtsverkehr.

Die zweite Stufe enthält zusätzlich zur Einhaltung der ersten Stufe, d.h. der Unterlassung der Fastenbrechen, das allgemeine Meiden von Sünden, die mit dem Körper vollzogen werden, wie z.B. dem Lügen mit der Zunge, dem Hören von verbotener Musik mit dem Ohr oder dem verbotenen Blick mit dem Auge.

Die dritte Stufe enthält zusätzlich zur Einhaltung der ersten beiden Stufen, das Fasten des Herzens, d.h. dass man nicht mal die Absicht hat eine Sünde zu begehen, oder gar nicht erst schlechte Gedanken aufkommen und man sich von den diesseitigen Gedanken distanziert und somit seine ganze Aufmerksamkeit und sein Fokus auf Allah, den Erhabenen legt.

Neben dem verpflichtenden Fasten im Monat Ramadan, gibt es auch bestimmte Tage im Jahr, an denen es empfohlen ist zu Fasten und wiederum andere Tage, an denen es gar verboten oder verpönt ist.

Eine bestimmte Form des Fastens wird als das „Sprachfasten“ bezeichnet, wobei bekannt ist, dass die heilige Maria (a.) zu dieser Form des Fastens von Allah dem Erhabenen aufgefordert wurde und selbst im heiligen Quran darüber berichtet wird: „…Und wenn du einen von den Menschen siehst, dann sprich: „Ich habe dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum werde ich heute mit keinem Menschen reden.“[3]


[1] Heiliger Quran, Sure Baqarah, Vers 183

[2] Heiliger Quran, Sure Baqarah, Vers 185

[3] Heiliger Quran, Sure Mariam, Vers 26

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Der heilige Monat „Rajab“ https://bufib.de/der-heilige-monat-rajab/ Fri, 08 Apr 2016 11:13:16 +0000 http://bufib.de/?p=1540 Der Monat Rajab und die beiden darauffolgenden Monate Sha’bân und Ramadân sind die drei heiligsten Monate im islamischen Mondkalender. In den Überlieferungen des Propheten Mohammad (s) lesen wir über viele Vorzüglichkeiten und Taten, die mit diesen Monaten verbunden sind. Er (s) sagte: „Rajab in der Monat Allahs, Sha’bân ist mein Monat und Ramadân der Monat meiner Gemeinschaft (ummah).“ 

Über die Bedeutung des Wortes „Rajab“ wird folgendes berichtet: „Rajab ist ein Fluss im Paradies, der weißer ist als Milch und süßer als Honig. Wer darin (im Monat Rajab) einen Tag fastet, dem lässt Allah, erhaben ist Er, von diesem Fluss trinken.“ 

Mit dem Eintritt in den heiligen Monat Rajab fängt eine besonders spirituelle Zeit im Islam an. Es wird überliefert, dass dieser Monat der Beginn einer ganz besonderen Barmherzigkeit und Gnade Allah, des Erhabenen, ist. Es ist eine Zeit der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Es ist eine Zeit der Reue und des Neuanfangs. Es ist eine Zeit des, in der man seinem Nächsten besondere Liebe und Barmherzigkeit zeigt. Sei es die Familie, Freunde oder Nachbarn. Lass uns gemeinsam unser „Ich“ stärken, indem wir es an den Schöpfer binden, denn nur durch die Liebe zum Ursprung ist unser Leben vollkommen. Eine Bindung mit Gott hat jedoch eine ganz elementare Voraussetzung: Aufrichtigkeit. Aufrichtigkeit bedeutet, dass man etwas aus Liebe zu jemanden tut. Und jede Handlung sollte auf Aufrichtigkeit für Allah, dem Erhabenen, basieren.  

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man einem Menschen verzeihen kann.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man keinen Streit schürt.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man respektvoll mit jeder Kreatur des Universums umgeht.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man bereut.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man einander zuhört.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man gerecht ist.

Aufrichtigkeit bedeutet, dass man ehrlich zu sich selbst ist.  

Möge Allah, der Erhabene, uns Menschen aufrichtiger machen und Eure und unsere Taten, besonders in diesen heiligen Monaten, akzeptieren.

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Prophetentum https://bufib.de/prophetentum-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:08:55 +0000 http://bufib.de/?p=1789 Das Prophetentum (an-nubuwah) ist ein essentieller Bestandteil in der Glaubenslehre aller drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam). Es beschreibt das Prinzip, dass es – von Gott – auserwählte Menschen gibt, die Gottes Wort auf Erden leben und verbreiten. 

Bevor man aber das Prophetentum verstehen kann, muss das Ziel der Schöpfung des Menschen kurz erläutert werden. Allah, der Weise und Wissende, hat alles zielgerichtet und aufgrund eines Nutzens erschaffen. »Glaubtet ihr denn, wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?« (23:115) Und im heiligen Koran heißt es: »Und Wir erschufen die Himmel und die Erde, und das, was zwischen beiden ist, nicht zum Zeitvertreib. Wir erschufen sie nur in gerechter Weise, jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.« (44:38-39) d. h., dass alles Erschaffene einen Sinn und Zweck hat. Im heiligen Koran sprechen unter anderem folgende Verse genau diesen Zweck an: »Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).« (51:56) und an einer anderen Stelle heißt es: »Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (zu dir kommt.« (15:99) 

Die Erkenntnis über Allah, den Erhabenen, zu erlangen, ist der Zweck der Schöpfung. Die koranische Antwort auf die Frage, wie man diese Erkenntnis (yaqīn) erzielen kann, ist: der Gottesdienst (al-ʿibādah). Gottesdienst bedeutet Demut, Gehorsam und Befolgung dessen, was Gott dem Menschen befiehlt. Jedoch, sodass man Gott auf die richtige Weise dienen kann, benötigt man Kenntnis (maʿrifah). Hier muss man sich die entscheidende Frage stellen: Wie kann ein (von Gott abhängiger) Mensch wissen, was Gott von ihm möchte? Woher kann der Mensch erfahren, wie man Gott zufriedenstellend dienen kann? Für den Menschen allein ist dies ohne Unterstützung unmöglich. 

Die Verwirklichung des Zieles der Schöpfung, d.h. die Kenntnis und der Gottesdienst, ist von einer Mittlung zwischen Schöpfer und der Schöpfung abhängig. Es benötigt einer Mittlung, die die Schöpfung zur Vollkommenheit leitet und ihr den rechten Weg zeigt. Der heilige Koran sagt dazu: »Und keinem Menschen steht es zu, daß Allah zu ihm sprechen sollte, außer durch Eingebung oder hinter einem Vorhang oder, indem Er einen Boten schickt, um durch Sein Geheiß zu offenbaren, was Er will; Er ist Erhaben, Allweise.« (42:51)  

Die göttliche Eingebung bzw. Offenbarung (waḥy) ist etwas, das die Menschheit seit ihrem Beginn erlebt hat. D.h. seit dem ersten Menschen auf Erden, gibt es die göttliche Offenbarung: »… und es gibt kein Volk, in dem es nicht einmal schon Warner gegeben hätte.« (35:24) und viele weitere Verse, die diese Tatsache belegen. Die Menschen, die diese göttliche Offenbarung erhalten dürfen, sind die Propheten. Ein Prophet (nabiy) verkörpert die lebende göttliche Offenbarung auf Erden, um die Menschheit zu ihrem eigentlichen Ziel zu leiten. 

Der Islam glaubt an alle Propheten von Adam (a) bis zum Siegel aller Propheten – Mohammad (s). Der heilige Koran sagt dazu: »Sprecht: ›Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.‹« (2:136)

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Führerschaft https://bufib.de/fuehrerschaft-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:07:27 +0000 http://bufib.de/?p=1788 Die Religion ist durch den Propheten Mohammad (s) – dem Siegel aller Propheten (a) – vervollständigt worden und Gottes Gnade wurde vollendet. Im heiligen Koran heißt es: »Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Glauben erwählt.« (5:3) 

Was ist jedoch an diesem Tage passiert, so dass dies geschehen ist? Es ist etwas gewesen, das die Religion – den Islam – vervollkommnet hat, und die Gnade Gottes an die gesamte Menschheit vollendet wurde. Um eine befriedigende Antwort darauf zu geben, müssen wir uns den historischen Hintergrund und den Grund der Herabsendung dieses o.g. Verses anschauen. Im zehnten Jahr der Auswanderung (hiǧrah), als der Prophet Mohammad (s) von seiner Abschiedspilgerfahrt (ḥijjatul-wadāʿ) zurückkehrte, wurde dem Gesandten Gottes (s) folgender Vers offenbart: »O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.« (5:67)

Was war also diese großartige Verkündung (balāġ), auf die die gesamte Religion stützt? Der Prophet Mohammad (s) bestieg an jenem Tag die Kanzel – in einem Orte namens Ḫumm – und sagte nach einer längeren Ansprache: »Oh ihr Menschen! Wahrlich, Allah ist mein Sachwalter (waliy) und ich habe über die Gläubigen mehr Anspruch als sie (über sich) selbst. Wahrlich, wessen Führer (mawlā) ich bin, dessen Führer ist auch Ali. Oh Allah, widme Dich jenen, die ihm (Ali) folgen.« (Biḥār al-Anwār, T. 23, S. 141)

Daraufhin haben die Muslime Ali (a) zur Führerschaft nach dem Propheten Mohammad (s) gratuliert. 

Damit war Allah, der Erhabene, zufrieden. Es ist eine Tradition unter den Propheten (a), dass sie Nachfolger ernennen und sie vorbereiten, so dass die Gemeinschaft nach ihrem Ableben nicht allein, d.h. ohne einen Statthalter Gottes auf Erden (ḫalīfatullah ʿalā al-arḍ), gelassen wird.

»Imāmah« bedeutet sprachlich »Führerschaft« und derjenige, der diese Führerschaft übernimmt, wird im Arabischen als »Imām« bezeichnet. 

Wir meinen mit »Führerschaft« (imāmah) im islamischen Sinne die allgemeine Führung in allen Bereichen sei es religiös oder weltlich.

Die Führerschaft in diesem Sinne ist kein leichtes Amt und eine sehr sensible Position. Diese Aufgabe kann nicht irgendeiner unter den Menschen erfüllen, sondern muss direkt von Gott auserwählt sein. Allah, der Erhabene, sagt im heiligen Koran zu Abraham (a): »Ich werde dich zu einem Führer (imām) für die Menschen machen. Da bat Abraham: Auch von meiner Nachkommenschaft. Er sprach: ›Mein Versprechen erstreckt sich nicht auf die Ungerechten.‹« (2:124) 

Anhand dieses Verses erkennt man, dass Gott diejenigen erwählt, die dieses Amt innehaben dürfen. Außerdem sieht man daran, dass der »Führer« (imām) ganz bestimmte Eigenschaften haben muss. In einem weiteren Vers heißt es in Bezug auf die »Leute des Hauses« (ahl al-bayt, d.h. die reine Nachkommenschaft des Propheten Mohammad): »Allah will nur jegliches Übel von euch verschwinden lassen, ihr Leute des Hauses, und euch stets in vollkommener Weise rein halten.« (33:33)

Allah, der Erhabene, möchte die »Ahlul-Bayt« (a) rein und von jeglicher Sünde fern lassen, dass sie dieses höchst wichtige Amt übernehmen sollen. Und das, was Allah möchte, soll geschehen: »Wenn Er etwas will, lautet Sein Befehl nur: ›Sei!‹ – und es ist.« (36:82)

Die Führerschaft ist also ein Übergang vom Prophetentum, so dass die Menschen nicht verloren und ahnungslos bleiben. Der großartigste Prophet, Mohammad (s), hat seit beginn seiner Prophetie darauf hingewiesen, dass es einen Nachfolger nach ihm geben werde und dieser Ali, der Sohn von Abi Taleb (a) sei. Wie z.B. am Anfang der Prophetie als der Prophet (s) zu Imam Ali (a) sagte: »Du bist mein Bruder, mein Testamentsvollstrecker (waṣiy), mein Helfer (wazīr), mein Erbe (wāriṯ) und nach mir mein Nachfolger (ḫalīfah).« (Kitāb al-Iršād, Shaikh al-Mufīd, T. 1, S. 50) Die Aussagen des Propheten Mohammad (s) stammen zwar aus seinem Munde, jedoch sagt Allah, der Erhabene, diesbezüglich: »Euer Gefährte ist weder verwirrt, noch befindet er sich im Unrecht, noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird.« (53:2-4)

In einem anderen Vers heißt es: »Eure Beschützer sind wahrlich Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten, die Almosenabgabe (zakāt) entrichten und sich (vor Allah) verneigen.« (5:55) Die muslimischen Koranexegeten sind sich in diesem Punkt einig, dass dieser Vers in Bezug auf Imam Ali (a) herab gesandt wurde, da er in einem Gebet in der Verneigung (rukūʿ) seinen Ring als Almosen gab.

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Einheit Gottes https://bufib.de/einheit-gottes-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:06:11 +0000 http://bufib.de/?p=1784 Die »Einheit Gottes« (tawḥīdullah) ist der erste und substantielle Bestandteil der Glaubenslehre des Islams. Aus diesem Prinzip entspringen alle anderen Einzelheiten der islamischen Glaubensüberzeugung. Wenn man über die Einheit Gottes spricht, dann wird auch oft der Begriff »Monotheismus« benutzt.

Einheit Gottes bedeutet, dass man von einem einzigen Gott überzeugt ist, der keinen Gott – oder ähnliches – neben sich hat und ihm nichts ähnelt. Die Einheit Gottes besitzt mehrere Ebenen:

1. Die Einheit im »Wesen« (at-tawḥīd fiḏ-ḏāt)

Dies bedeutet, dass Gott keinen Gleichartigen (arab.: naẓīr) oder Seinesgleichen neben sich hat.

Im heiligen Koran heißt es dazu: »Es gibt nichts Seinesgleichen; und Er ist der Allhörende, der Allsehende.« (42:11) Oder an dieser Stelle: »Sprich: ›Er ist Allah, ein Einziger. Allah, der Absolute. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden und ihm ebenbürtig ist keiner.‹« (112:1-4) 

2. Die Einheit in der Schöpfung (at-taḥīd fil-ḫāliqiyah)

Damit wird gemeint, dass es in der Existenz (al-wuǧūd) keinen Ursprung außer Gott gibt. Alles, was es gibt, sei es der Mensch, die Tiere, die Pflanzen, die Welt, das Universum, alles hat seinen Ursprung in Gott. Mit anderen Worten: Jede Wirkung (maʿlūl), obwohl sie untereinander verbunden sind, hat seine endgültige Ursache (ʿillah) in Gott. Dieses Prinzip wird auch »Kausalitätsprinzip« genannt. Die gesamte Schöpfung basiert auf Gott.

Im heiligen Koran können wir dazu unter anderem folgendes lesen: »Sprich: ›Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Einzige, der Allmächtige.‹« (13:16) 

»Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und Er ist der Erhalter aller Dinge.« (39:62)

»Das ist Allah euer Herr, der Schöpfer aller Dinge, Es ist kein Gott außer ihm.« (40:62)

»Er ist Allah, euer Herr. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an. Und Er ist der Hüter aller Dinge.« (6:102)

3. Die Einheit in der Herrschaft (at-tawḥīḍ fir-rubūbiyah)

Diese Ebene beschreibt, dass Gott der alleinige Sachverwalter und Herr über alle Welten ist. »Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.« (1:2) 

Gott ist der einzige, wahrhaftige Versorger und Verwalter der Schöpfung. All Seine Engel und sonstigen Geschöpfe sind Mittelleute, die auf den Befehl Gottes hin handeln und sind daher selbst in absoluter Abhängigkeit Gott gegenüber. Im folgenden Vers spricht Gott diejenigen an, die in der damaligen Zeit jene angebetet hatten, die lediglich Mittelsleute Gottes waren bzw. sie jene als solche angesehen hatten: »Ihm gebührt der aufrichtige Anruf; und jene, die sie statt Ihm anrufen, kommen ihnen mit nichts entgegen; (sie sind) wie jener, der seine beiden Hände nach Wasser ausstreckt, damit es seinen Mund erreiche und ihn doch nicht erreicht. Und das Bitten der Ungläubigen ist völlig verfehlt.« (13:14) 

Wenn es noch einen anderen Gott bzw. absoluten Versorger (mudabbir) gäbe, so würde es ein Chaos geben: »Gäbe es in (Himmel und Erde) Götter außer Allah, dann wären wahrlich beide dem Unheil verfallen.« (21:22) und: »Allah hat Sich keinen Sohn genommen, noch ist irgendein Gott neben Ihm: sonst würde jeder Gott mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen hätte, und die einen von ihnen hätten sich sicher gegen die anderen erhoben. Gepriesen sei Allah (und Erhaben) über all das, was sie beschreiben!« (23:91)

4. Die Einheit im Gottesdienst (at-tawḥīd fil-ʿibādah)

Da Gott ein einziger, absoluter, unabhängiger Gott ist und die gesamte Schöpfung auf Ihn basiert, ist Gott auch der Einzige, der es verdient angebetet zu werden. In der ersten Sure des heiligen Koran heißt es: »Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe.« (1:5) in folgendem Vers wird beschrieben, dass es nur der einzige Gott ist, der anbetungswürdig ist: »Sprich: ›O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.‹« (3:64)

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Wiederkehr https://bufib.de/wiederkehr-2/ Thu, 15 Oct 2015 20:01:45 +0000 http://bufib.de/?p=1781 Das arabische Wort „معاد“ (maʿād, dt.: Wiederkehr) stammt von „َعاد“ bzw. „عَوَد“ und bedeutet „zurückkehren, zurückkommen“. Alle himmlischen (monotheistischen) Religionen – somit auch der Islam – besitzen gemeinsam einen grundlegenden Bestandteil ihrer Glaubensüberzeugung (ʿāqīdah): die Wiederkehr, d.h. die Überzeugung von einem „Leben nach dem Tod“. Der Heilige Koran hat neben der Bezeichnung „Wiederkehr“ noch andere Bezeichnungen für dieses signifikante Ereignis, wie z.B.: Tag der Auferstehung (yawm al-qīāmah), Tag der Abrechnung (yawm al-ḥisāb). In unserem alltäglichen Sprachgebrauch benutzen wir auch oft den Begriff „Jüngster Tag“.

Die Ablehnung dieser Thematik (Leben nach dem Tod) war schon seit jeher der Kernpunkt der Widersacher zu Zeiten der Propheten (a). Der Heilige Koran misst diesem Bestandteil der Glaubensüberzeugungen einen sehr großen Wert zu, so dass über 1400 Verse sich damit auseinandersetzen.

Beweis für die Wiederkehr

Eine der göttlichen Eigenschaften ist die „Weisheit“ (al-ḥikmah) und der Weise (al-ḥakīm) ist jener, dessen Tat immer ein Ziel und Zweck besitzt. Die Schöpfung der Menschen ist eine Tat Gottes, dem Weisen, d.h, dass die Schöpfung des Menschen ebenfalls einen Sinn und Zweck besitzt. Wenn dies klar ist, dann stehen wir vor zwei Möglichkeiten:

1. Dass dieses Leben, d.h. das Leben in dieser Welt (die wir auch als „dunyā“ bezeichnen), das Ende ist und kein Leben danach gibt. Es gäbe dann also auch keine sog. Wiederkehr oder gar einen Tag der Abrechnung. Wenn der Mensch also nur für die hiesige Welt, eine materielle Welt (ʿālam mādiy), geschaffen wäre, so wäre der menschliche Verstand, mit dem der Mensch einige der Geheimnisse der Existenz (al-wuǧūd, was über der Materie steht) wahrnehmen kann, überflüssig und sinnlos. Außerdem ist der Mensch so geschaffen, dass er die (menschliche) Vollkommenheit liebt und anstrebt, was jedoch bei einer Beschränkung auf das Diesseits ebenfalls sinn- und zwecklos wäre. Der allweise Gott steht aber über solch einer Annahme, dass Er etwas schaffen würde, was ohne Ziel wäre.

2. Dass es noch eine andere „Welt“ gibt, wohin der Mensch nach dem Tod „geht“. Diese andere Welt ist der Sinn und das Ziel. Damit wäre die Schöpfung des Menschen nicht sinnlos, denn mit dem Tod würde das niedrige, auf die Materie beschränktes, Leben beendet sein und in eine höhere, edlere Welt übergehen. Dieser „Übergang“ ist die Wiederkehr (al-maʿād) und ist ein Ziel. Im Heiligen Koran heißt es: „‚Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?‘“ (Die Gläubigen (23:115))

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Islamische Glaubenslehre https://bufib.de/islamische-glaubenslehre/ Thu, 15 Oct 2015 11:03:29 +0000 http://bufib.de/?p=1696 Ein jeder lebt in dieser Welt und trägt eine Fülle an Ideen, Meinungen und Ansichten mit sich, von denen er überzeugt ist, dass sie richtig sind. Ebendiese werden auch Überzeugungen bzw. Glaubensüberzeugungen (al-ʿaqīdah) genannt. Alle Religionen oder sonstigen Weltanschauungen besitzen Überzeugungen, die das Grundkonzept ihres »Glaubens« (bzw. Überzeugung) darstellen. In unserem – islamischen – Fall bezeichnen wir jene als »islamische Glaubenslehre« (al-ʿaqīdah al-islāmiyah).

Die islamische Glaubenslehre besteht aus fünf Elementen: 

1. Die Einheit Gottes (tawḥīd Allah)

2. Die Gerechtigkeit Gottes (al-ʿadl al-ilāhiy)

3. Das Prophetentum (an-nubuwah)

4. Die Führerschaft (al-imāmah)

5. Die Wiederkehr (al-maʿād)

Die Wissenschaft, die sich mit der Beweisführung der einzelnen Elemente der islamischen Glaubenslehre beschäftigt, nennt man: »Theologie« (ʿilm al-kalām).

Die Glaubenslehre ist mit dem Menschen zweierlei verbunden:

1. Mit dem menschlichen Verstand

Von dem, wovon der Mensch überzeugt ist, gehen viele verschiedene Ansichten und Taten aus. Mit anderen Worten: Der Mensch überzeugt sich (durch seinen Verstand) von etwas und handelt dann danach. 

2. Mit dem menschlichen Herzen

Der Mensch unterscheidet sich von vielen Geschöpfen, dass er Gefühle, wie Liebe, Verwunderung, Abneigung und andere, besitzt. Und viele dieser Gefühle stehen oft in Zusammenhang mit der eigenen Überzeugung, wie man anhand dieses Verses aus dem heiligen Koran sehen kann: „Diejenigen, zu denen die Leute sagten: „Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; fürchtet sie darum!“ – nur stärker wurden sie im Glauben und sagten: „Uns genügt Allah, und Er ist der beste Sachwalter!““ (3:173)

Daran erkennt man, dass jener, der eine starke islamische Glaubensüberzeugung besitzt, keine Furcht hat, sondern gar noch seinen Glauben und stärkt, wenn es eine schwierige Situation gibt. 

 Der Mensch mit Verstand handelt nur nach dem, wovon er »überzeugt« ist, d.h., er handelt nach dem, was er mittels seines Verstandes bewiesen hat. Von daher legt der Islam größten Wert auf eine auf Wissen basierende Glaubensüberzeugung. 

Für einen Muslim bzw. einer Muslima ist es unabdingbar, dass er bzw. sie sich mit der eigenen Glaubenslehre intensiv beschäftigt, so dass diese tatsächlich eine wahrhaftige »Überzeugung« darstellen kann. 

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Gerechtigkeit Gottes https://bufib.de/gerechtigkeit-gottes/ Thu, 15 Oct 2015 10:26:55 +0000 http://bufib.de/?p=1689 Die Gerechtigkeit (al-ʿadl) ist eine Eigenschaft Gottes, die aufgrund ihrer Wichtigkeit und unterschiedlichem Verständnis gesondert untersucht wird und daher auch, als eine der fünf Elemente der islamischen Glaubenslehre gezählt wird. 

Im Gegensatz zur Gerechtigkeit steht die Ungerechtigkeit (aẓ-ẓulm). Gott ist gerecht (ʿādil) und nicht ungerecht (ġayr ẓālim). Er tut nichts verachtenswertes (qabīḥ) und die Ungerechtigkeit ist verachtenswert. Die islamische Glaubenslehre sagt zum Beispiel, dass Allah, der Erhabene, den Diener belohnt und den Sünder bestraft und nicht umgekehrt, denn dies wäre »ungerecht«. 

Im heiligen Koran heißt es: »Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen. Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird es dann sehen.« (99:7-8)

In vielen Versen des heiligen Korans befiehlt Gott, dass die Menschen gerecht sein sollen. Die Gerechtigkeit an sich ist eine der vollkommenen Eigenschaften (ṣifāt al-kamāliyah) und muss daher Gott zugerechnet werden, da er der Vollkommene (al-kāmil). Außerdem verachtet es der nach Verstand handelnde Mensch (al-ʿāqil) etwas zu tun, dass ungerecht ist. Wie ziemt es sich dann noch Gott, Gott bewahre, ungerecht zu sein?! 

»Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten« (4:58)

»Allah gebietet Gerechtigkeit und uneigennützig Gutes zu tun und zu spenden wie den Verwandten; und Er verbietet das Schändliche, das offenbar Schlechte und die Übertretung. Er ermahnt euch, auf dass ihr es beherzigt.« (16:90)

In Bezug auf die Bedeutung der Gerechtigkeit Gottes können wir vier Dinge festhalten:

1. Alle Handlungen Gottes, des Erhabenen, sind weise (ḥakīmah). Es gibt nichts Verachtenswertes in seinen Handlungen, weder Lüge noch Ungerechtigkeit.

2. Alle Handlungen Gottes sind aufgrund von Nutzen und Vorteilen verursacht. Dies, da Er weise ist und vom Weisen stammen keine Sinnlosigkeit und kein Paradox. »Und Wir erschufen Himmel und Erde und das, was zwischen beiden ist, nicht zum Spiel.« (21:16)

3. Gott verlangt von niemandem mehr, als dieser selbst tragen kann. »Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag.« (2:286) »… Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen …« (2:185) »Und Er legt euch nichts Beschwerliches in der Religion auf.« (22:78)

4. Gott leitet niemanden Seiner Diener fehl: Gott leitet sie recht, doch der Mensch allein ist es, der sich fehlleitet. »Und nicht Wir taten ihnen Unrecht, sondern sie taten sich selber Unrecht.« (16:118) Oder die Menschen folgen falschen Vorbildern, sodass diese die Menschen vom geraden Weg abbringen: »Und sie werden sagen: ›Unser Herr, wir gehorchten unseren Häuptern und unseren Großen, und sie führten uns irre (und) vom Weg ab.‹« (33:67) 

5. Gott prüft die Menschen: »(Er,) Der den Tod erschaffen hat und das Leben, auf dass Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte; und Er ist der Erhabene, der Allvergebende.« (67:2)

Allah, der Erhabene, ist zu niemandem Seiner Schöpfung ungerecht, Er ist mehr als gerecht, Er ist großzügig: »Wahrlich, Allah tut kein Unrecht; auch nicht vom Gewicht eines Stäubchens. Und ist da irgendeine gute Tat, so vervielfacht Er sie und gibt von Sich aus gewaltigen Lohn.« (4:40)

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Das Bittgebet https://bufib.de/das-bittgebet/ Wed, 14 Oct 2015 18:41:42 +0000 http://bufib.de/?p=1656 Das Bittgebet [arab. ad-du’aa – الدعاء] ist in seinen verschiedensten Formen nichts anderes als ein Ausdruck und Eingeständnis der Schwäche und Unvollkommenheit des Menschen gegenüber seinem vollkommenen, allmächtigen Schöpfer. Diese enge und tiefsinnige Beziehung des Menschen zu seinem Herrn kann verschiedene Gestalten und Formen annehmen. Bittgebete enthalten für üblich Lobpreisungen und Danksagungen an den erhabenen Herrn und sind gefüllt mit Bitten und Flehen für die Erfüllung gewisser Wünsche und Bedürfnisse sowohl im Dies- als auch im Jenseits.

Je nach Zeit, Ereignis und Wunsch, gibt es verschiedene Bittgebete durch die der Gläubige sich Allah, dem Erhabenen nähern kann. Beispielsweise gibt es spezielle Bittgebete, die nach jedem Pflichtgebet rezitiert werden sollen, oder gar mitten im Gebet nach dem zweiten Gebetsabschnitt im sogenannten „qunuut“. Weiterhin gibt es Bittgebete an gewissen Tagen, wie z.B. Wochentagsbittgebete, zu bestimmten Ereignissen und an festgelegten Nächten, wie z.B. in der Nacht der Bestimmung oder aber für die Erfüllung spezieller Wünsche, wie z.B. dem Stärken des Gedächtnisses oder für die Heilung einer Krankheit.

Ein Bittgebet oder eine Anrufung ist grundsätzlich nicht unbedingt an eine gewisse Form gebunden und kann auch frei, basierend auf den inneren Bedürfnissen des Bittenden, gesprochen werden. Allerdings da der Mensch nicht fähig ist, in einer solch ehrhaften und würdigen Art mit Allah, dem Erhabenen zu sprechen, wie der Propheten (s.) und seine reine Familie (a.), wurden uns durch sie viele Bittgebete übermittelt. Zu den bekanntesten Bittgebeten zählt Dua Kumayl . Dieses Bittgebet stammt in Wirklichkeit vom Fürsten der Gläubigen Imam Ali (a.), der es seinem treuen Gefährten Kumayl ibn Ziyad vorgetragen hat, wodurch es später unter dem Namen „Bittgebet von Kumayl“ bekannt wurde.

Grundsätzlich ist es möglich ein Bittgebet in jeder vorhandenen Sprache zu äußern, wodurch dem Gläubigen eine größere Möglichkeit geboten ist, seine Bedürfnisse auf die Art anzusprechen, die ihm am besten passt und das was er von sich gibt auch richtig zu verstehen und verinnerlichen zu können.

Zu den einleitenden Handlungen, die vor dem Beginn der Rezitation eines Bittgebets erfolgen sollten, um dadurch diese empfohlenen Taten zu veredeln, zählen folgende:

a. Die rituelle Waschung (al-Wudhu).

b. Die Zuwendung Richtung Kaaba (al-Qibla).

c. Mit der Rezitation der Basmalah sowie dem Segensspruch auf den Propheten (s.) und seine reine Familie (a.) – dem Salawat – zu beginnen und mit Letzterem auch abzuschließen.

d. Die Reue und Bitte um Vergebung der Sünden.

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Der heilige Monat Sha’bân https://bufib.de/der-heilige-monat-shaban/ Fri, 30 May 2014 18:52:51 +0000 http://bufib.de/?p=1588 Der heilige Monat Sha‘bân ist der zweite von den drei heiligsten Monat des gesamten Jahres. Außerdem ist es der Monat des gesegneten Propheten Mohammad (s) und über die Vorzüglichkeit dieses heiligen Monats gibt es sehr viele Überlieferungen. Zudem wurde dieser großartige Monat mit mehreren Geburten einiger der reinen Imame (a) geschmückt.

Tag Ereignis
3 Geburtstag von Imam al-Hussain (a)
4 Geburtstag von Abi Fadl al-Abbas (a)
5 Geburtstag von Imam Zain al-Abidîn (a)
11 Geburtstag von Ali al-Akbar (a)
15 Geburtstag von Imam al-Mahdi (a)
23 Beginn der „Moscheewoche“

 

Gottesdienste

Es gibt mehrere Gottesdienste, die empfohlen sind, in diesem Monat zu verrichten. In diesem Flyer werden wir einen kleinen Ausschnitt dieser Handlungen wiedergeben, wogegen die Einzelheiten den entsprechenden Werken, wie „Mafâtîh‘ al-Jinân“, zu entnehmen sind. 

1. Fasten:
Prophet Mohammad (s): „Sha‘bân ist mein Monat und es ist der beste nach dem Monat Ramadân, so, wer darin einen Tag fastet, dessen Fürsprecher werde ich am Jüngsten Tag sein.
2. Spende:
Imam as-Sadiq (a): „Spendet in diesem Monat, selbst wenn es (nur) eine halbe Dattel wäre.
3. Segensgrüße auf den Propheten und seine reine Nachkommenschaft. D.h.: „Allahumma s‘alli a‘la Mohammad wa Âli Mohammad
4. Allah (swt) um Vergebung bitten (al-istighfâr):
Imam Ali ar-Rida (a): „Wer Allah, erhaben ist Er, jeden Tag im Monat Sha‘bân 70 Mal um Vergebung bittet, so vergibt Allah ihm seine Sünden, selbst dann, wenn diese so viele, wie es Sterne (am Himmel) gibt, wären.
5. Allah (swt) gedenken:
Aus mehreren Überlieferungen wird deutlich, dass viele Handlungen, die man in diesem Monat macht, höher als in anderen Monaten angerechnet wird, wie z.B. folgendes zu sagen: „Es gibt keinen Gott, außer Allah.
(Lâ ilâha illallah)
6. Spezielles Gebet:
Imam as-Sadiq (a): „Wer an jedem Donnerstag im Monat Sha‘bân zwei Raka‘ (Gebetsabschnitte) betet mit je: einmal die Sure al-Fâtiha (1. Sure) und 100-mal die Sure al-Ichlas (112. Sure) zu rezitieren und nach dem Gebet 100-mal den Gesandten Gottes und seiner reinen Familie den Segen zu wünschen, dem wird jeder religiöse und weltliche Wunsch erfüllt.

15. Sha‘bân

Manchmal gehen Tage, Wochen oder gar Monate vorbei, an denen man nicht dem 12. Imam (af) gedenkt oder sogar grüßt. Umgekehrt sind wir mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, die uns wichtiger erscheinen. Der 15. Sha‘bân, der Geburtstag des heiligen, erwarteten Imams (a) – Imam al-Mahdi (af) – ist eine passende Gelegenheit für uns, unsere Prioritäten neu zu setzen. Die Nacht zum 15. Sha‘bân ist die heiligste Nacht, nach Laylatul-Qadr, die es im Jahr gibt. Es wird folgendes überliefert: „Dies ist eine Nacht, in der keine Person zu Allah betet, ohne dass ihre Gebete angenommen werden. Keiner fleht um etwas, ohne dass es ihm gewährt wird. Niemand fleht Allah um Vergebung, ohne dass Er ihm seine Sünden vergibt. Niemand wendet sich Allah reuig zu, ohne dass Er seine Reue nicht akzeptiert. Jemand, der sich der Güte dieser Nacht entzieht, hat sich definitiv von etwas Großartigem entzogen.

Es ist empfohlen, diese heilige Nacht im Gebet und Andacht bis zum Sonnenaufgang zu verbleiben.

Eines der Gebete des heiligen Propheten (s), das in der Nacht zum 15. Sha‘bân rezitiert werden sollte, lautet folgendermaßen: „O Gott! Gib uns Gottesfurcht, damit sie zwischen uns und dem Bösen stehe; und gib uns Gottesknechtschaft, damit sie uns zu deinem Paradiese führe; und gib uns Gottesglauben, sodass wir mit Leichtigkeit die Härten dieser Welt tragen.” 

Außerdem ist es empfohlen, in dieser Nacht “Dua Kumayl“ zu rezitieren.

Am Tage des 15. Sha‘bân ist folgendes empfohlen: Fasten, rituelle Ganzkörperwaschung (ghussl) und die Ziyârah von Imam Hussein (a) und Imam al-Mahdi (af) zu rezitieren.

Wie gesagt, der 15. Sha‘bân ist der Geburtstag des heiligen, erwarteten Imams, Imam al-Mahdi (af). Dieser Tag ist ihm gewidmet und so sollten wir uns auch verhalten. Die Wohnungen und Moscheen sollten dementsprechend geschmückt sein. Ab dem Kleinkindesalter sollten wir schon versuchen, unseren Kleinen einen Bezug zu unserem Imam der Zeit (af) zu verschaffen. Daher möchten wir an dieser Stelle, neben den Gottesdiensten, ein paar Vorschläge machen, wie man diesen Tag gestalten könnte: 

  • Fröhlichkeit unter den Menschen verbreiten
  • Über das Leben von Imam al-Mahdi (af) lesen
  • Eurer Familie und Freunden gratulieren (sei es auch nur über eine Kurznachricht)
  • Anwesenheit bei den Festveranstaltungen in den Moscheen
  • Den Kindern Geschenke machen und sie aufklären, was für ein besonderer Tag der Geburtstag von Imam al-Mahdi (af) ist
  • Süßigkeiten verteilen
  • An diesem Tag fasten und jemanden zum Fastenbrechen einladen
  • Gemeinsam das Bittgebet „Allahumma Kun li-Waliyyik…“ rezitieren: 

„Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen Oh Allah, segne Mohammad und die Familie Mohammads. Oh Allah, sei für Deinen Vertrauten, dem (beweiskräftigen) Argument, Sohn des Hassan (al-Askari) – Deine Segnungen seien auf ihm und auf seinen Vätern – sowohl in dieser Stunde als auch in jeder Stunde, ein Vertrauter und ein Hüter, ein Führer und ein Siegesbringer, ein Wegweiser und Vorausschauer, bis Du ihn schließlich) in Deine Erde gütig einziehen lässt, in der Du ihm (dann) lange Genuss gewährst.“ 

Moscheewoche

Die letzte Woche vom heiligen Monat Sha‘bân ist die „Moscheewoche“, d.h. es ist eine Zeit, in der wir uns wieder der Priorität und Wichtiggkeit der Moscheen bewusst werden sollten. Die Moschee ist ein Ort der inneren Ausgeglichenheit, der innigen Verbindung zu Allah (swt) und auch ein Ort der Zusammenkunft, der eine gesunde, verbundene Gesellschaft formt. Außerdem ist die Moschee ein Ort des interreligiösen und interkulturellen Dialogs. „In der Gemeinschaft in der Moschee zu sitzen ist für mich besser, als im Paradies zu sitzen, denn wenn ich im Paradies sitze, bin ich zufrieden, wenn ich jedoch in einer Moschee sitze, ist mein Herr zufrieden.” Imam Ali (a)

Hier kannst Du unseren aktuellen Flyer zum heiligen Monat Sha’bân als PDF herunterladen: [button link=“https://bufib.de/wp-content/uploads/2014/05/Shaban-1435a.pdf“ preset=“green“]Download[/button]

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Die erste Nacht zum Freitag im heiligen Monat Rajab (Laylat al-Raghâ-ib) https://bufib.de/die-erste-nacht-zum-freitag-im-heiligen-monat-rajab-laylat-al-ragha-ib-heute/ Thu, 01 May 2014 14:18:55 +0000 http://bufib.de/?p=1550 Eine der heiligsten Nächte im Jahr ist die erste Nacht zum Freitag im heiligen Monat Rajab. Es ist eine Nacht der „Hoffnung und Wünsche“. Es ist eine Nacht der Bitte um Vergebung und eine besondere Zeit, um einen entschiedenen Schnitt im eigenen Leben zu machen, d.h. man sollte versuchen, sich in dieser Nacht zurückzuziehen, um die eigenen Sünden zu bereuen, eine spirituelle, innere Ruhe zu finden und dann sich selbst geloben, dass man den Makel ablegen und nur noch von dem Lichte der göttlichen Liebe kosten möchte.

Speziell für diese Nacht gibt es bestimmte überlieferte Handlungen, die man nicht verpassen sollte. 

Es ist empfohlen zwölf Gebetsabschnitte (rika’h) zu beten, d.h. sechs Gebete mit je zwei Gebetsabschnitten (ähnlich wie sechs Frühgebete). In jedem Gebetsabschnitt rezitiert man nach der Fatiha drei Mal die Sure al-Qadr (Sure 97; „Inna anzalnahu fi laylatil Qadr“) und zwölf Mal Sure al-Ikhlâs‘ (Sure 112, „Qul HuwAllahu Ah’ad“). Nach dem Beenden aller sechs Gebete (d.h. nach den zwölf Gebetsabschnitten) sollte man folgendes rezitieren, während man sitzen bleibt:

  • 70-mal„Allahumma S’alli a’la Muhammadinin-nabiyyil-ummiyi wa a’la Aalih“
  • Dann in der Niederwerfung (as-sujûd) rezitiert man 70-mal„Subbûh’un Quddûs rabbul malâ-ikati war-rûh’“
  • 70-mal im Sitzen„Rabbighfir war-h’am wa tajaawaz a’mmaa taa’-lam innaka antal a’lliyul aa’-z’am“
  • 70-mal in der Niederwerfung„Subbûh’un Quddûs rabbul malâ-ikati war-rûh’“

Damit wäre dieses Gebet beendet. Möge Allah, der Erhaben, Deine Gebete annehmen. 

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Das Gebet https://bufib.de/das-gebet/ Fri, 25 Apr 2014 16:01:59 +0000 http://bufib.de/?p=1496 Unter den Muslimen herrscht ein Konsens darüber, dass das „rituelle Gebet“ (as-salât) ein obligatorischer Bestandteil in den Gottesdiensten (al-i’badât) ist. Der Islam sieht, genauso wie die anderen monotheistischen Religionen, dass der Kern des Lebens die Verbindung zum Schöpfer ist. Ohne eine solche Verbindung kann der Mensch seinem eigentlichen Ziel: „der menschlichen Vervollkommnung“ nicht nachgehen. Eine Verbindung muss jedoch „gepflegt“ werden, sodass diese nicht unterbricht. Im Heiligen Quran heißt es daher auch in Bezug auf das Gebet: „… verrichte das Gebet, um Meiner zu Gedenken.“ (20:14). Das heißt nicht, dass Gott das Gebet des Menschen „nötig“ hätte, sondern im Gegenteil: der Mensch braucht das Gebet, so dass er wahrhaftig „leben“ kann. 

Das rituelle Pflichtgebet (as-salât al-wâjibah) ist folgendermaßen aufzuteilen:

  1. Das tägliche Gebet (as-salât al-yawmiyyah): Früh (al-fajr oder auch as‘-s’ubh‘), Mittag (al-dhuhr), Nachmittag (al-a’s’r), Abend (al-maghrib) und Spätabend (al-i’shâ´)
  2. Das Naturphänomen-Gebet (salât al-âyât)
  3. Das Gebet nach der Umrundung der Kabah (salât al-tawâf)
  4. Das Gebet des (älteren) Sohnes für die (verstorbenen) Eltern
  5. Das Totengebet (salât al-mayyit)
  6. Das Gebet, das durch einen Schwur (a’hd), Gelübde (naz’r) oder Eid (yamîn) verpflichtend wurde
  7. Das Nachholgebet (salât al-qad’â´), das durch das Versäumen, eines der verpflichtenden Gebete verpflichtend geworden ist.
  8. Das Freitagsgebet (salât al-jumu-a’h), wenn man es anstatt des Mittagsgebetes am Freitag verrichtet. Hier ist angemerkt, dass das Freitagsgebet ein „Wahlpflichtgebet“ ist, d.h. am Freitag kann man wählen, ob man das Freitagsgebet (mit den erforderlichen Voraussetzungen) verrichtet oder das Mittagsgebet (salât al-dhuhr)

Neben den rituellen Pflichtgebeten gibt es noch die empfohlenen (freiwilligen) Ritualgebete (as-salawât al-mustah’abbah), die, wie es der Name schon besagt, keine religiöse Verpflichtung (wujûb) haben, jedoch enormen Lohn (thawâb) beinhalten. Die freiwilligen, empfohlenen Gebete sind an sich nahezu unzählig, da sie entweder von Zeit (z.B. am Anfang eines Monats), Ort (z.B. beim Besuch einer Moschee) oder Begebenheit (z.B. bei dem Ersuchen einer bestimmten Angelegenheit) abhängig sind. Jedoch gibt es speziell überlieferte freiwillige Gebete, die in Verbindung zu den täglichen rituellen Gebeten stehen, die man auch als „Nafilah“ bezeichnet. Diese werden folgendermaßen verrichtet:

  1. Vor dem Frühgebet: zwei Gebetsabschnitte
  2. Vor dem Mittagsgebet: acht Gebetsabschnitte
  3. Vor dem Nachmittagsgebet: acht Gebetsabschnitte
  4. Nach dem Abendgebet: vier Gebetsabschnitte
  5. Nach dem Spätabendgebet: zwei Gebetsabschnitte (im Sitzen)
  6. In der Nacht, das sogenannte „Nachtgebet“ (salât al-layl): elf Gebetsabschnitte

Es werden immer jeweils zwei Gebetsabschnitte zusammen verrichtet und dann beendet. Wenn man also z.B. acht Gebetsabschnitte verrichten möchte, so verrichtet man vier Gebete mit jeweils zwei Gebetsabschnitten. 

  

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Warum sucht man eine Religion? https://bufib.de/warum-sucht-man-eine-religion/ Wed, 23 Apr 2014 15:08:54 +0000 http://bufib.de/?p=1481 Die Frage, die einem sicher als erstes in den Kopf kommt ist: Warum sollten wir über eine Religion oder über Gott nachdenken und wie können wir mehr über „Ihn“ kennen lernen?

Wir alle wollen schon seit eh und je die Wahrheit darüber wissen, was es mit dieser Welt, diesen unzähligen, wunderschönen Sternen, den unterschiedlichsten Kreaturen, den verschiedenen Vogelarten, unterschiedlichen Fischen, Seen, Meeren, Blumen und Pflanzen auf sich hat.

Sind all diese Dinge aufgrund ihres freien Willens entstanden oder sind all diese schönen Dinge von einem Experten, einem mächtigen „Zeichner“ gemalt worden?

Die ersten Fragen, die uns dazu in den Sinn kommen sind: Woher kommen wir? Wo sind wir? Wohin gehen wir? Wie glücklich wären wir doch, wenn wir eine Antwort auf diese drei Fragen hätten. Unser „Ich“ sagt uns, dass wir uns selber auf den Weg machen müssen, um diese Fragen zu beantworten.

Am folgenden Beispiel, kann man diese Situation sehr gut nachempfinden. Man stelle sich vor, jemand hat einen Autounfall und diese Person verletzt sich und wird daraufhin ohnmächtig. Um diese Person zu retten, bringt man sie ins Krankenhaus, so dass die verletzte Person versorgt werden kann. Wenn Person dann aufwacht und sich ein wenig erholt hat, ist das erste was sie sich fragt: „Wo bin ich? Warum wurde ich hierher gebracht? Wann werde ich diesen Ort verlassen?“

Genauso, wie diese Person, fragt sich der Mensch auf dieser Welt dieselben Fragen. Es liegt in der Natur des Menschen, nach diesen Antworten zu suchen. Einige Wissenschaftler und Psychologen meinen, dass die Religiosität ein natürlicher Trieb des Menschen sei. Sie nennen diesen Trieb „religiöses Bewusstsein“. Jedoch kann sich der ein oder andere die Frage stellen, weshalb dann nicht alle Menschen „religiös“ sind oder an den einen Gott glauben. Mit diesem Trieb bzw. dieser angeborenen Veranlagung des Menschen, ist nicht gemeint, dass sich diese auch bei jedem Menschen entfaltet und verwirklicht. Zum Beispiel kann jemand das Talent der Mathematik haben, aber d.h. noch lange nicht, dass diese Person ein großer Mathematiker wird und vielleicht den Nobelpreis gewinnt. Es kann nämlich sein, dass diese Veranlagung verschüttet, verloren und vergessen im Inneren dieser Person bleibt und unentwickelt verschwindet. Aber warum? Einige Gründe wären z.B. schlechte soziale, pädagogische und andere negative Einflüsse. Jedoch ist es oft so, dass sich der Mensch selbst, wie möglicherweise aus Faul- oder Trägheit, von diesem Weg abwendet.

Man stelle sich nun vor, man ist bei einem Ausflug und man kommt an eine Kreuzung einer Straße, bei der einem alle warnen dort stehen zu bleiben, weil bekannt ist, dass es dort sehr gefährlich ist. Jeder lädt dazu ein, seinen Weg zu gehen, weil dieser der sicherste sei. Eine Gruppe sagt, der östliche sei der sicherste Weg nach Hause zu kommen, eine andere Gruppe sagt, dass der westliche der beste sei, dass dies der einzige Weg sei, der zu Sicherheit führe und dies der schnellste Weg sei, um das warme und friedliche Zuhause erreichen zu können.

Würde diese Person einen Weg wählen, ohne diese genau zu studieren? Würde unser „Ich“ es gestatten einfach stehen zu bleiben, ohne einen dieser Wege auszuwählen? Mit Sicherheit nicht.

Unser „Ich“ und unser Verstand würden uns sagen, dass wir sofort damit beginnen müssen, die Gruppen genau anzuhören und den Weg aussuchen, der die meistens logischen und korrekten Gründe (Beweise) aufzeigt, um das „Zuhause“ sicher zu erreichen. Man würde der Gruppe glauben, die die Wahrheit spricht und die überzeugendsten Gründe nennt seinen Weg zu gehen.

In dieser Welt haben wir dieselben Bedingungen. Wir haben genauso verschiedene Religionen und Denkschulen, die uns dazu einladen ihren Weg zu gehen, jedoch hängt es ganz von dem Studieren dieser Wege ab, ob man eine richtige oder falsche Wahl trifft.

Der Mensch ist regelrecht dazu verpflichtet einen Weg auszuwählen, um sicher „nach Hause“ zu kommen, denn wenn nicht, würde man vielleicht von einem anfahrenden Auto an der Kreuzung verletzt oder sogar überfahren werden. Dies ist ein weiterer Grund, was den Menschen dazu einlädt bzw. veranlasst nach dem mächtigen „Zeichner“ der Welt, dem Schöpfer von allem zu suchen.

Im Koran steht: „…So gib frohe Botschaft Meinen Dienern, die auf das Wort hören und dann dem Besten davon folgen. Das sind diejenigen, die Allah recht leitet und das sind diejenigen, die Verstand besitzen.“ (Sure 39, Vers 17-18)

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Was ist Religion? https://bufib.de/was-ist-religion/ Wed, 23 Apr 2014 14:46:05 +0000 http://bufib.de/?p=1479 Um besser zu verstehen was der Islam ist, sollte zu aller erst geklärt werden was Religion an sich bedeutet.

Schon seit Urzeiten hat der Mensch an etwas „Übernatürliches“ geglaubt, an das er sich festhalten kann in Gefahrensituationen, in Situationen der Angst oder bei schlechter Ernte. Dieses „Phänomen“ können wir nicht erst seit der Zeit der großen philosophischen Denker wie Aristoteles, Sokrates, Voltaire, Descartes oder Kant feststellen, sondern schon seit den frühsten Urkulturen, die nichts anderes im Kopf hatten, außer das Überleben. Jedoch nennen die Wissenschaftler diese Erscheinungen nicht Religion, sondern Natur-Religionen oder primitive Religionen.

Das arabische Wort für Religion ist „deen“ und ist gleichbedeutend mit Gehorsam („ta-a`h“) und Belohnung („jaza‘“). Fachwörtlich kann man sagen, dass Religion, „der Glaube an den Schöpfer von Mensch und Universum und an die Lehren und praktischen Bestimmungen, die an diesen Glauben gebunden sind“.

Religion bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf die himmlischen Religionen wie das Judentum, das Christentum oder der Islam, sondern bezieht sich auch auf menschliche Erfindungen, wie zum Beispiel der Konfuzianismus oder der Buddhismus. Im Koran wird dieses auch sehr deutlich erwähnt:

Euch eure Religion und mir meine Religion.“ (Sure 109, Vers 6)

Es gibt zwar viele Religionen und Weltanschauungen auf dieser Welt, jedoch kann man sie alle in zwei Hauptkategorien unterteilen:

  • göttliche Weltanschauungen
  • materialistische Weltanschauungen

 Und aus der Sicht des Islam kann man noch spezifischer in zwei unterteilen:

  • monotheistische Religionen (al-adyan al-tawh’idiyyah)
  • beigesellende (polytheistische) Religionen (al-adyan al-muschrikah)

 Die monotheistischen Religionen sind die ursprünglichen und wirklich himmlischen Religionen. Es gibt drei universelle Gemeinsamkeiten:

  •  Glauben an den einen Gott
  • Glauben an ein ewiges Leben im Jenseits mit Vergeltung der Taten, die man in diesem Leben vollbracht hat
  • Glauben an die Erweckung der Propheten und Gesandten

Wogegen die beigesellenden Religionen ein Ergebnis der Menschen sind. Es ist eine Entstellung der himmlischen Religionen und eine Ausübung individueller Begierden.  Letztendlich kann man sagen, dass im Zentrum aller Religionen etwas „Übermenschliches“, ein Heiliger oder Gott im Mittelpunkt steht.

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Was ist der Unterschied zwischen dem „Adhân“ und der „Iqâmah“? https://bufib.de/was-ist-der-unterschied-zwischen-dem-adhan-und-der-iqamah/ Sat, 12 Apr 2014 21:32:35 +0000 http://bufib.de/?p=1357 Den meisten Muslimen ist der Gebetsruf bekannt, wo der Muezzin (Ausrufer zum Gebet) die Menschen zum Gebet ruft, d.h. dadurch werden sie in einer speziellen Form an das (zeitlich) eingetretene Gebet erinnert. In der islamischen Geschichte wird der Abessinier Bilal al-Habashi als der erste Gebetsrufer verzeichnet.

Islamisch rechtlich (fiqhiyan) muss man jedoch zwischen  zwei Arten des Rufes zum Gebet unterscheiden:

1. Adhân (Gebetsruf)

2. Iqâmah (Gebetsaufruf)

Der Adhân ist grob gesagt der Gebetsruf, der die Menschen daran erinnern soll, dass nun die Gebetszeit eingetreten ist. Die Iqâmah ist der Gebetsaufruf, der vom Betenden bzw. Vorbeter direkt vor dem Beginn des rituellen Gebetes rezitiert wird und dieser findet im Gegenteil zum Adhân nicht nach Außen statt.

Hier die jeweilige Form des Adhâns und der Iqâmah:

Adhân

zwei Audiobeispiele eines Gebetsrufes:

Arabisch

Deutsch

Anzahl

الله اكبر
Allahu-akbar

Allah ist am größten 4 x

اشهد ان لا اله الا الله
Ashhadu an lâ ilâha il-lallah

Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah

2 x

اشهد ان محمدا الرسول الله
Ashhadu anna Muhammadan rasûl-Allah

Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist

2 x

اشهد ان عليا ولي الله
Ashhadu anna A’liyan waliyullah

Ich bezeuge, dass Ali der Statthalter Allahs ist

2 x

حي على الصلاة
H’ayya a’la-salâ(h)

Eilt zum Gebet 2 x

حي على الفلاح
H’ayya a’lal- falâh‘

Eilt zur Erlösung

2 x

حي على خير العمل
H’ayya a’la chayril-a’mal

Eilt zur allerbesten Handlung

2 x

الله اكبر
Allahu-akbar

Allah ist am größten

2 x

لا اله الا الله
Lâ ilâha il-lallah

Es gibt keinen Gott außer Allah

2 x

 Iqâmah

Arabisch

Deutsch

Anzahl

الله اكبر
Allahu-akbar

Allah ist am größten 2 x

اشهد ان لا اله الا الله
Ashhadu an lâ ilâha il-lallah

Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Allah

2 x

اشهد ان محمدا الرسول الله
Ashhadu anna Muhammadan rasûl-Allah

Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist

2 x

اشهد ان عليا ولي الله
Ashhadu anna A’liyan waliyullah

Ich bezeuge, dass Ali der Statthalter Allahs ist

2 x

حي على الصلاة
H’ayya a’la-salâ(h)

Eilt zum Gebet 2 x

حي على الفلاح
H’ayya a’lal- falâh‘

Eilt zur Erlösung

2 x

حي على خير العمل
H’ayya a’la chayril-a’mal

Eilt zur allerbesten Handlung

2 x

قد قامت الصلاة
Qad qamat-is-salat

Steht auf zum Gebet

2 x

الله اكبر
Allahu-akbar

Allah ist am größten

2 x

لا اله الا الله
Lâ ilâha il-lallah

Es gibt keinen Gott außer Allah

1 x

 

Hier noch ein Video mit dem Adhân und der Iqâmah:

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Islam in kürze https://bufib.de/islam-in-kuerze/ Tue, 08 Apr 2014 23:19:06 +0000 http://bufib.de/?p=1147 Der Islam ist die letzte, abschließende und „kompletteste“ der himmlischen Religionen…, das vollendete Wort Gottes. Das besagt, mit dem Kommen des Islam erübrigen sich die vorherigen  Religionen, weil angesichts des Vollendeten Unvollendetes nicht mehr benötigt wird. Der Islam wurde durch unseren verehrten Propheten Muhammad Ibn Abdullah (s.a.a.s.) den Menschen gesandt. Dieser kam und öffnete das Tor zu Glück und Errettung. Und zwar zu einem Zeit, als die menschliche Gesellschaft Stadien „und Epochen geistiger Unreife hinter sich gebracht hatte und fähig geworden war, zu reiferer Menschlichkeit hinzufinden, höheres Wissen über Gott und religiöse Themen aufzunehmen, zu erfassen und sich dementsprechend zu verhallten bzw. zu berichtigen. Der Islam offenbart all die Wahrheiten, die einem objektiven, real denkenden Menschen verständlich und begreiflich sind. Er klärt über jene gottwohlgefällige Gesinnung und Moral auf, die eines Menschen würdig ist und ihn als „Mensch“ zu erkennen gibt. Zudem gab er sämtliche Bereiche des menschlichen Daseins betreffende Weisungen – allgemeine und detaillierte – an die Hand, die, so sie beachtet und eingehalten werden, dem individuellen als auch gesellschaftlichen Leben eine konstruktive Ordnung geben und die Gesellschaft in die Lage versetzt, sich zu entfalten und zu vervollkommnen. Der Islam ist eine universale, die gesamte Menschheit ansprechende Religion, allzeit aktuell und von immerwährender Gültigkeit. Er beinhaltet eine Reihe Überzeugungsansichten, ethische Maxime und praktische Hinweise und Gebote zu denen er aufruft, und die – wie gesagt – des Menschen Wohl und Glück in dieser als auch jener Welt garantieren.

Die islamischen Regelungen und Bestimmungen sind dargestellt, dass eine jede Gesellschaft, die sich ihrer bedient, in die Lage versetzt wird, höchstmögliche Entfaltung bzw. Fortschritte zu erreichen. Die islamische Religion öffnet sich jedem und lässt einen jeden, der will, an ihrem Segen teilhaben. Unterschiedslos, klein und groß, alt und jung, ob gebildet oder nicht, Mann und Frau, weiß oder schwarz, östlich oder westlich, alle können teilhaben an dem Segen dieser Religion. Können aus ihr schöpfen und ihren Erfordernissen genüge tun. Dieses ist deswegen möglich, da der Islam mit der menschlichen Schöpfung, das heißt des Menschen
Wesen und Beschaffenheit konform geht. Weil er seine Probleme und Nöte heilen möchte. Da sich das Wesen des Menschen – dessen reines „Urwesen“, mit dem der Islam voll und ganz harmoniert – nicht ändert, verliert diese letzte und abschießende der göttlichen Botschaften niemals ihre Gültigkeit und ist allzeit aktuell. Sie spricht bis in alle Zeiten hinein einen jeden der menschlichen Gesellschaft an…, einen jeden in Ost und West, in Nord und Süd, ob Mann oder Frau, jung oder alt, welcher Herkunft und Nationalität auch immer. Sie alle gehören zur Familie, zur Gattung „Mensch“ und sind vom Islam angesprochen. Anders formuliert: Die artspezifischen Besonderheiten, Charakteristika und Bedürfnisse dieser Gattung sind allen, die ihr angehören, gemeinsam. Die kommenden Generationen, das heißt der Mensch von morgen, der „Kind“ und „Nachkomme“ des heutigen und gestrigen ist, wird daher, als Erbe seiner Väter und Vorväter, die gleichen Wesensmerkmale aufweisen wie sie. Dem Islam aber, der auf das unveränderliche, reine menschliche Urwesen „abgestimmt“, ist es daran gelegen ist, den echten, wesensbedingten Notwendigkeiten des Menschen Genüge zu tun. Er wird immer sein, lebendig, aktuell und voll ausreichend. Genau das ist der Grund, weshalb der Erhabene Gott den Islam als „Din al-fitra“, das heißt „dem menschlichen Wesen entsprechende Religion“ bezeichnet und dazu aufruft, das „menschliche Wesen“ zu schützen und zu bewahren. Wie die Großen unserer
Religion sagen: Der Islam ist eine unkomplizierte Religion, die dem Menschen keine Härten auferlegt und ihm das Dasein erleichtert.

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Religion https://bufib.de/religion/ Tue, 08 Apr 2014 22:03:14 +0000 http://bufib.de/?p=1122 Religion ist – vereinfacht gesagt – ein Gefüge aus weltanschaulichen Überzeugungen und glaubensgesetzlichen, gottesdienstlichen als auch ethischen Weisungen, mit denen Gott die Propheten ausrüstete, auf das sie sie dem Menschen, zu dessen Rechtleitung und Wohlergehen, Übermittelten. Der “praktizierte Glaube” an die göttliche Botschaft ist ein großes Plus…, in dieser und jener Welt. Darum: Wenn wir uns an unserer Religion orientieren und gemäß der göttlichen Empfehlungen und Gebote, die uns der Gesandte Gottes brachte, leben, werden wir sowohl in unserem Erdenleben zufrieden und glücklich sein als auch in der Ewigkeit.
Möglicherweise wendet nun der eine oder andere ein: “Glück” und “glücklich” sind dehnbare Begriffe. Was ist denn nun wirklich darunter zu verstehen!? Wir meinen: Jener ist als glücklich zu betrachten, der ein gutes, rechtes Ziel anstrebt und nicht auf Irrwegen Umherstolpert, der sich durch eine positive Gesinnung auszeichnet und gute Werke tut. Jemand, der in diesem hektischen Erdenleben ausgeglichen, gefestigt und Zukunftsfroh ist…, mit einem Herzen voller Ruhe und Zuversicht. Zu einer solch beglückenden Ruhe aber verhilft uns nur die Religion. Gleich “geheimen Beobachtern” haben ihre Maximen in unserem Herzen Raum gefunden und begleiten uns auf Schritt und Tritt. Sie halten uns – so wir “wachen Herzens” sind – von Hässlichkeiten zurück und motivieren uns zu gutem, rechten Verhalten. 
Ganz abgesehen davon ist der Glaube der stärkste und unerschütterlichste Halt im menschlichen Leben. Wer tief und fest an Gott und Sein Wort glaubt, wird sich von all den Hochs und Tiefs, die ihm begegnen, nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Angst, Traurigkeit und Mutlosigkeit Übermannen ihn nicht, und kein noch so erschütterndes Ereignis wird ihn zu Boden zwingen oder in Verzweiflung treiben.

Darum, weil er sich der Allmacht Gottes, des Schöpfers und Herrn der Welten, gewiss ist. Immer, in allen Situationen. Und genau das ist es, was ihm innere Ruhe und Festigkeit schenkt. Zudem weist die Religion uns an, “an uns zu arbeiten”, unser Verhalten zu berichtigen und uns um eine menschenwürdige Gesinnung zu bemühen. Sie beinhaltet also folgende drei Themenkomplexe: 

a) Weltanschauliches, Ideologisches
b) Moral
c)Praxis

Erstens: Weltanschauliches, Ideologisches

Bei ein wenig intensiverem und vorurteilsfreiem Nachdenken wird uns klar, das das Universum mit der erstaunlichen Ordnung und Harmonie, die ihm gegeben ist, nicht aus sich selbst, so ganz von allein, entstanden sein kann. Uns leuchtet ein, dass diese imposante perfekte Schöpfungsordnung nicht zufällig hervorgehen konnte. Dass jemand da sein muss, der sie schuf und erhält. Jemand, der in seiner Allmacht und grenzenlosen, unvorstellbaren Weisheit und Kenntnis den gewaltigen Kosmos mit allem, was in ihm ist, entstehen ließ. Der Gesetzmäßigkeiten gab, an denen nicht zu rütteln ist und die in ihrer Unabänderlichkeit der gesamten Welt des Seins Ordnung, Regelung und ein exakt koordiniertes Gefüge geben. Nichts ist sinnlos erschaffen worden. Und nichts, das existiert, steht außerhalb dieser in der großen, weiten Welt gegebenen Ordnung und Gesetzmäßigkeit. Wie könnte es denkbar sein, dass dieser Gütige, Sich Erbarmende Gott, der Seiner Kreatur so wohlgesonnen ist und für sie bereitstellte, was sie benötigt, den Menschen die “Krone”, das “Meisterwerk der Schöpfung” – sich selbst überlassen haben sollte. Dass Er ihn allein ließe mit seinem bisschen Verstand, den er zudem mehr oder weniger seinen Trieben und Begierden unterordnet, weshalb er sich so leicht in Verirrungen verstrickt und in Verelendung hineintaumelt. Die Antwort auf eine solche Frage ist eindeutig… Deswegen, weil Gott den Menschen bzw. die menschliche Gesellschaft nicht sich selbst Überlässt, hat Er die Propheten geschickt. Das heißt Seine Gesandten, die “immun” sind gegen Ungutes, Niedriges, gegen Fehl und Irrtum und der Menschheit das Wort Gottes verkünden. Damit diese die himmlische Botschaft beherzigt, befolgt und auf diese Weise zu Wohl und Glück findet. Nun ist es aber so, das in dieser Welt das erfreuliche Resultat – d.h. die beglückende Auswirkung eines religionsbewussten Lebens, eines Lebens gemäß dem Worte Gottes – nicht voll und ganz in Erscheinung tritt. Weder die Guten erfahren auf Erden ihre volle “Belohnung” für ihr gottwohlgefälliges Walten und Schalten noch die Schlechten. Das aber bedeutet, das noch eine andere Welt sein muß, in der des Menschen Tun und Lassen geprüft und beurteilt wird. Eine Welt, in der die guten als auch hässlichen Werke “entlohnt” werden. 

Zu einem solchen Denken, einer solchen Überzeugung ruft die Religion auf. Dazu und zu weiteren weltanschaulichen Gewißheiten, über die wir noch sprechen werden. Kurz, sie weckt uns auf aus Ahnungslosigkeit und Torheit.
 

Zweitens: Moral

 Die Religion appelliert an uns, uns um gutes Verhalten zu bemühen…, um menschenwürdige Eigenschaften, die wir in uns zur Entfaltung bringen. Dazu zahlen Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein, Wohlwollen für die Mitmenschen, Güte, Nachsicht, Treue und Hilfsbereitschaft. Auch, das wir unser Recht verteidigen, unsere Rechte und Grenzen jedoch nicht überschreiten und Leben, Gut und Ehre anderer nicht antasten. Unermüdliches, aufrichtiges Streben nach Wissen, Fortschritt und einer guten Gesinnung gehören ebenfalls dazu, Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit auf dem Wege Gottes, Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe sowie das
getreuliche Einhalten der “goldenen Mitte”, wo und wann auch immer. Das heißt, extremes Verhalten, Über- oder Untertreibungen sind zu vermeiden.  
 

Drittens: Lebenspraxis

Die Religion sagt uns, unser Leben so einzurichten und uns so zu verhalten, dass sowohl unserem eigenen Wohl als auch das der Gesellschaft damit gedient ist. Dass wir Hässlichkeiten meiden und “Gottesanbetung” – das Gebet und alles, das unsere Gottesdienerschaft zum Ausdruck bringt – nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zu all diesem ruft die Religion auf. Wir sehen also, das das, wozu sie uns einlädt, sowohl Anschauung und Überzeugung als auch Ethik, Gesinnung und folglich unsere “Lebenspraxis’ betrifft. Der einzige Weg aber, der zu wahrem Glück führt ist, dass wir uns an ihre Maximen und Weisungen halten.
 
aus: Das ABC des Islam, A’lâmah Sayyed Mohammad Hussein At-Tabatabai (r)
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