Was gelehrt werden sollte (Teil 2)

Was gelehrt wird: Der Mobilletterdruck und die Druckmaschine wurden im 15. Jahrhundert im Westen von Johannes Gutenberg aus Deutschland erfunden.

Was gelehrt werden sollte: 1454 entwickelte Gutenberg die modernste Druckmaschine des Mittelalters. Der erste bewegliche Typ aus Messing war jedoch 100 Jahre zuvor im islamischen Spanien im Einsatz, und das ist dort, wo die ersten westlichen Druckgeräte hergestellt wurden. 

Was gelehrt wird: Isaac Newton’s Studie zu Linsen, Licht und Prismen aus dem 17. Jahrhundert bildet die Grundlage der modernen Wissenschaft der Optik.

Was gelehrt werden sollte: Im 11. Jahrhundert bestimmte al-Haitham (latinisiert auch als „Alhazen“ bekannt) praktisch alles, was Newton bezüglich der Optik früherer Jahrhunderte ergänzte, und wird von zahlreichen Instanzen als der „Gründer der Optik” angesehen. Es gibt ein wenig Zweifel daran, dass Newton von ihm beeinflusst wurde. Al-Haytham war der meist zitierte Physiker des Mittelalters. Seine Werke wurden im 16. Und 17. Jahrhundert von einer größeren Anzahl europäischer Gelehrter genutzt und zitiert, als dies bei denen von Newton und Galileo zusammen der Fall war.

Was gelehrt wird: Isaac Newton entdeckte im 17. Jahrhundert, dass weißes Licht aus verschiedenen farbigen Lichtstrahlen besteht.

Was gelehrt werden sollte: Diese Entdeckung wurde in ihrer Gesamtheit von al-Haytham (11. Jahrhundert) und Kamal ad-Din (14. Jahrhundert) gemacht. Newton sind zwar ursprüngliche (neue) Entdeckungen zuzuschreiben, aber dies war keine von ihnen.

Was gelehrt wird: Das Konzept der Massenerhaltung wurde erstmals von Antoine Lavoisier im 18. Jahrhundert eingeführt. Er entdeckte, dass, obwohl die Materie ihre Form oder Gestalt ändern kann, ihre Masse jedoch stets gleich bleibt. Wenn zum Beispiel Wasser zu Dampf erhitzt, Salz in Wasser gelöst oder ein Holzstück zu Asche verbrannt wird, bleibt die Gesamtmasse unverändert.

Was gelehrt werden sollte: Die Prinzipien dieser Entdeckung wurden zuvor vom großen muslimischen Gelehrten aus Persien „al-Biruni“ (gest. 1050) ausgearbeitet. Lavoisier war ein Schüler muslimischer Chemiker und Physiker und verwies häufig auf ihre Bücher.

Was gelehrt wird: Die Griechen waren die Entwickler der Trigonometrie.

Was gelehrt werden sollte:  Die Trigonometrie blieb bei den Griechen weitgehend eine theoretische Wissenschaft. Sie wurde von muslimischen Gelehrten auf ein Niveau moderner Perfektion gehoben, obwohl der bedeutende Anteil der Auszeichnung an al-Battani weitergereicht werden muss. Die Worte, die die Grundfunktionen dieser Wissenschaft beschreiben, Sinus, Cosinus und Tangens, wurden alle von arabischen Bezeichnungen abgeleitet.

Was gelehrt wird: Die tägliche Verwendung von Dezimalzahlen in Mathematik wurde zuerst von dem Holländer Simon Stevin im Jahr 1589 entwickelt. Er half den mathematischen Wissenschaften voran, indem er umständliche Brüche wie beispielsweise 1/2 mit Dezimalzahlen wie beispielsweise 0,5 ersetzte.

Was gelehrt werden sollte: Muslimische Mathematiker waren die ersten, die Dezimalzahlen anstelle von Brüchen in großem Maßstab nutzten. Al-Kashi‘s Buch, der Schlüssel zur Arithmetik, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts geschrieben und war der Impuls für die systematische Anwendung der Nachkommastellen anstelle ganzer Zahlen und Brüche. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Stevin die Idee von al-Kashi’s Werk nach Europa brachte.

Was gelehrt wird: Der erste Mann, der algebraische Symbole verwendete, war der französische Mathematiker Francois Vieta. Im Jahre 1591 schrieb er ein Algebra-Buch, das Gleichungen mit Buchstaben wie den inzwischen bekannten x- und y-Variablen beschreibt. Asimov sagt, dass diese Entdeckung Auswirkungen hatte, die dem Fortschreiten von römischen Ziffern zu arabischen Zahlen ähnelt.

Was gelehrt werden sollte: Muslimische Mathematiker, die Erfinder der Algebra, führten das Konzept der Verwendung von Buchstaben für unbekannte Variablen in den Gleichungen bereits im 9. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung ein. Durch dieses System lösten sie eine Vielzahl komplexer Gleichungen, einschließlich von quadratischen und kubischen Gleichungen. Sie verwendeten Symbole, um den binomischen Lehrsatz zu entwickeln und zu perfektionieren.

Was gelehrt wird: Die schwierigen kubischen Gleichungen (x in der dritten Potenz) blieben bis zum 16. Jahrhundert ungelöst, bis Niccolo Tartaglia, ein italienischer Mathematiker sie löste.

Was gelehrt werden sollte: Kubische Gleichungen sowie zahlreiche Gleichungen noch höheren Grades wurden schon im 10. Jahrhundert von muslimischen Mathematikern gelöst.

Was gelehrt wird: Das Konzept, dass man mit Zahlen kleiner als Null rechnen kann war bis 1545, als Geronimo Cardano die Idee einführte, unbekannt.

Was gelehrt werden sollte: Muslimische Mathematiker führten negative Zahlen für den praktischen Einsatz in einer Vielzahl von Rechenfunktionen mindestens 400 Jahre vor Cardano ein.

Fortsetzung folgt…

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