Strömungen der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts: Klassik, Romantik, Vormärz und Biedermeier

Geprägt von Schiller und Goethe – die Weimarer Klassik

Das 19. Jahrhundert ist in der deutschen Literatur vor allem das Jahrhundert von Schiller und Goethe. Sie gelten als die wichtigsten Vertreter der Klassik, deren Zeitspanne umstritten ist. Die meisten Literaturhistoriker sind sich über den Beginn der Klassik einig. Sie datieren ihn auf 1786, das Jahr der ersten Italienreise Johann Wolfgang von Goethes. Wann die auch als Weimarer Klassik bezeichnete Epoche endet, ist je nach Definition unterschiedlich. Für manche endet sie mit dem Tod Schillers im Jahr 1805, für andere mit dem Tod Goethes im Jahr 1832. Wiederum andere Definitionen nennen als Eckpunkte für die Epoche der Klassik die Jahre 1780 bis 1830, wobei sie sich auf die Überwindung des Sturm und Drang und den Beginn der Romantik beziehen. Der Stil des klassischen Altertums wird in der Klassik als Ideal betrachtet. Ziel war es, den Menschen zu entwickeln, ihn zu vervollkommnen und das Ideal der „Harmonie“ zu erfüllen. Im klassischen Altertum sahen die Vertreter der Klassik ihre Vorstellungen verwirklicht. Dementsprechend ist die wichtigste literarische Gattung das Drama. Goethe war laut Grundmann (2001, S. 135) überzeugt, dass „der Mensch universal, also sowohl ein rationales wie auch ein emotionales Wesen ist und zudem zur Humanität geboren ist“. Im Weltbild der Klassik galten Gefühl und Vernunft nicht mehr als gegensätzlich. Schiller als Vertreter der Klassik gilt als der „Dichter der Freiheit“. Ihm war es besonders wichtig, Vorbilder zu schaffen, die für Freiheit kämpfen und sich gegen Willkür und Unterdrückung wehren, wie zum Beispiel sein „Räuber“.

Literatur der Romantik (1798 bis 1830)

Parallel zur Epoche der Weimarer Klassik verlief die der Romantik. Nach dem Tod Schillers löste sie die Klassik als führende literarische Strömung ab. Die Hinwendung zur Natur, zum Übersinnlichen und Phantastischen und die „Sehnsucht nach dem Unendlichen“ (Grundmann 2001, S. 263) kennzeichnen die Romantik. Anders als die Vertreter der deutschen Klassik war für die Romantiker eine Vereinbarkeit von Vernunft und Gefühl nicht möglich, obgleich sie sich nach der Überwindung dieser Spaltung sehnten. Frühe Vertreter der Romantik sind die Brüder Schlegel, Tieck und Novalis. Hochromantische Dichter waren Brentano, Ludwig Achim von Arnim, Joseph von Eichendorff, aber auch die Brüder Grimm. Anders als viele andere geistige Strömungen, hat die Romantik nicht nur die Literatur beeinflusst, sondern wirkte sich auf sämtliche Künste aus. So ist sie in der Musik und in der Malerei ebenso zu finden, wie in der Literatur.

Biedermeier und Vormärz als weitere Strömungen

Zwischen Romantik und Realismus verortet werden die Strömungen des Biedermeier und des Vormärz. Zum Wandel des Bildes des romantischen, realitätsfernen Menschen trugen dramatische gesellschaftliche Ereignisse wie die Französische und die Industrielle Revolution bei. Während sich die Schriftsteller des Biedermeier, unter ihnen Annette von Droste-Hülshoff, Eduard Mörike und Johann Nestroy, dem häuslichen Leben zuwandten, nach Gemütlichkeit und Zurückgezogenheit suchten, handelte es sich bei den Vertretern des Vormärz um fortschrittliche, politische Dichter. Den Höhepunkt der Vormärzdichtung markierte Heinrich Heine mit seinem Werk „Deutschland. Ein Wintermärchen“. Reaktionäres Streben, das Fordern politischer Umbrüche kennzeichnen die Dichtung des Vormärz, jedoch stimmen die Schriftsteller nicht zugleich in ihren Forderungen überein. Die revolutionären Bestrebungen des Vormärz sowie die gesellschaftlichen Umbrüche des 19. Jahrhunderts sind es, die die Entstehung des Berufes Schriftsteller ermöglichten und die ganz entschieden zu einer Veränderung des Buchmarktes und der Entstehung von Literatur beitrugen.

 


Quellen:

  • Grundmann, Hilmar: Deutsche Literaturgeschichte für Lehrer. Stuttgart 2001.
  • http://blog.zeit.de/schueler/2012/02/16/thema-literatur-der-romantik-1798-1835/
  • http://www.literaturwelt.com/epochen/vormaerz.html

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